Neuer lutherischer Bischof Bünker: Markenzeichen Evangelium

Vertrauensvolle Ökumene – Wachsen an Deutlichkeit, Profil und Zahl

Eisenstadt (epd Ö) – „Die evangelische Kirche ist gut beraten, wenn sie das Evangelium zu ihrem Markenzeichen macht.“ Das sagte der neu gewählte Bischof der Evangelischen Kirche A.B., Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, vor VertreterInnen der Medien unmittelbar nach seiner Wahl auf der Synode der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich am 1. Juni in Eisenstadt. Der Bischof hob hervor, dass ihm „die Konzentration auf die Heilige Schrift, auf die Bibel“ ein „besonderes Anliegen“ sei. Bünker äußerte den Gedanken, als neu gewählter Bischof auch in einem öffentlichen Rahmen zu einer Auseinandersetzung mit der Bibel einladen zu wollen. An dem Mediengespräch nahmen auch der scheidende lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm und der lutherische Superintendent des Burgenlandes, Mag. Manfred Koch, teil.

Bünker: Ökumene in Österreich sehr gut und vertrauensvoll

Das gegenwärtige ökumenische Klima in Österreich bezeichnete Bünker als „sehr gut“ und „sehr vertrauensvoll“. Seiner Meinung nach ist „das ökumenische Miteinander“ in Österreich eines, „von dem anderswo bestenfalls geträumt werden kann“. Zur politischen Seite seines neuen Bischofsamtes sagte Bünker: „So politisch wie das Evangelium ist, so politisch muss auch ein Bischof sein.“ In Anbetracht dessen, dass er erst am 1. Januar 2008 sein Amt antreten werde, verwies Bünker darauf, dass bis dahin „noch einige Zeit ist, um Vorbereitungen zu treffen“. Er sprach dem scheidenden Bischof Herwig Sturm seinen Dank dafür aus, dass er mit ihm gemeinsam das neue Amt vorbereiten kann.

Kirche wächst, weil sie lebt

Angesprochen auf den in allen Kirchen zu beobachtenden Rückgang der Mitgliederzahlen sagte Bünker: „Kirche wächst, weil sie lebt.“ Die Kirchen in Europa wären jedoch aufgrund rückgängiger Mitgliederzahlen in einer Krise, die eine Ausnahme in der ganzen Welt darstelle. „Wachstum“ würde das „Wachstum an Deutlichkeit, Profil und Zahl“ bedeuten. Bünker: „Wir werden uns nicht scheuen, Leute anzusprechen und für das Evangelium zu gewinnen.“ Wachstum sei aber auch ein „Wachstum auf Jesus Christus zu“. Kirche dürfe nicht sich in den Vordergrund stellen, sondern das, was ihr anvertraut sei: „Jesus Christus, die Botschaft der Versöhnung und den Schatz in irdenen Gefäßen“. Im Bezug auf die von ihm genannte „evangelische Katholizität“ präzisierte Bünker: „Kirche darf sich nie nur auf eine bestimmte Region konzentrieren, sondern muss immer den weltweiten Zusammenhang sehen.“ Wenn man das „Gotteslob“ singe, „singen es auch andere auf der Welt“.

O-Ton im evang-Podcast: „Bünker: Für eine offene und engagierte Kirche“

ISSN 2222-2464