Neue Verfassung für die Konferenz Europäischer Kirchen

Die 14. Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen fand von 3. bis 8. Juli in Budapest statt. Foto: LaLiana/Pixelio.de
Die 14. Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen fand von 3. bis 8. Juli in Budapest statt. Foto: LaLiana/Pixelio.de

Vollversammlung der KEK tagte in Budapest

Budapest/Genf (epdÖ) – Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK/CEC) hat einen neuen Verwaltungsrat beziehungsweise Vorstand gewählt. Österreich wird durch den Rektor der „Diakonie Eine Welt“ Michael Bubik vertreten. Neuer Präsident ist der anglikanische Bischof Christopher Hill (67). Hill war bisher bereits Vizepräsident. Die Neuwahl der Kirchenspitze erfolgte am 8. Juli zum Abschluss der KEK-Vollversammlung in Budapest, die unter dem Motto: „Was zögerst du noch? Die KEK und ihr Auftrag in einem Europa im Umbruch“. Zur Vizepräsidentin bzw. zum Vizepräsidenten bestimmte der neue Verwaltungsrat die lutherische Theologin Karin Burstrand von der Kirche von Schweden und den griechisch-orthodoxen Metropoliten Emmanuel von Frankreich, der seit 2009 als Präsident der Gemeinschaft von 120 europäischen Kirchen amtiert hatte.

Die 14. Vollversammlung, die von 3. bis 8. Juli in Budapest tagte, war im Wesentlichen eine verfassungsgebende Vollversammlung. Die in der 13. Vollversammlung eingesetzte Revisionsarbeitsgruppe legte mit dem so genannten Uppsala-Bericht den Entwurf einer neuen Verfassung mit neuen Arbeitsstrategien vor. Dieser wurde ausführlich und teilweise heftig diskutiert, der – allerdings in vielen Bereichen überarbeitete – Verfassungsentwurf der Revisionsarbeitsgruppe wurde dann mit überwältigender Mehrheit von der Vollversammlung angenommen. Im Wesentlichen wurde – im Zusammenhang mit der neuen Verfassung der KEK – beschlossen, den Sitz der KEK von Genf nach Brüssel zu verlegen, dies bis spätestens Ende 2015. Die bisher in der KEK-Verfassung vorgesehene Arbeit mit einem 40-köpfigen Zentralausschuss mit Präsidium, diversen Kommissionen und Arbeitsgruppen der Kommission sowie der Vollversammlung wurde abgeschafft und der KEK eine neue schlanke Struktur gegeben. Die KEK-Vollversammlung wird verkleinert, die KEK selbst wird nunmehr durch einen 20-köpfigen Verwaltungsrat (Vorstand) inklusive Präsident und zweier Vizepräsidenten geleitet. Im Zusammenhang mit der Abschaffung der Arbeitsweise, Kommissionen und Arbeitsgruppen, in denen vor allem sehr stark kleine und Minderheitskirchen vertreten waren, gab es eine heftige Diskussion, inwieweit die Minderheits- bzw. kleinen Kirchen in die künftige Arbeit der KEK eingebunden werden, zumal es nur mehr einen kleinen 20-köpfigen Ver-waltungsrat (Vorstand) gibt. „Das Ergebnis war, dass – aus meiner rein persönlichen Sicht bedauerlicherweise – die Verankerung gewisser Mindestrechte von Minderheitenkirchen in der Verfassung nicht aufgenommen wurde, allerdings der neue Verwaltungsrat (Vorstand) den Auftrag hat, bis zur nächsten Vollversammlung in fünf Jahren eine neue Geschäftsordnung vorzulegen, in der dann gewisse Rechte von Minderheitskirchen entsprechend veran-kert sein sollten. Festgehalten wurde – auch von mir -, dass die Implementierung dieser Be-schlüsse eine sorgfältige und schwierige, detaillierte juristische Arbeit erfordert, die nun zu bewältigen sein wird. Inwieweit in der nunmehrigen Umstellungsphase alle wichtigen Arbeiten der KEK weiter vorgenommen werden können, ist für mich auch noch fraglich. Es darf nämlich nicht übersehen werden, dass mit Beginn der Vollversammlung alle Arbeitsgruppen und Kommission ihre Arbeit beendeten und die neue Struktur erst langsam aufgebaut werden muss. Diese Umstände machen mich rein persönlich etwas nachdenklich, wenngleich eine Reform der KEK als solcher angesagt war und eine schlankere Struktur sicher gut tut“, bilanziert Synodenpräsident Peter Krömer die Vollversammlung. Er nahm an den intensiven Beratungen in Budapest teil.

Die Evangelische Kirche A.B. wurde neben Krömer durch Rektor Michael Bubik und Mirjam Meindl vertreten, die Evangelische Kirche H.B. entsandte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und Pfarrerin Irmgard Langer, die Evangelisch-methodistische Kirche Pastor Mar-tin Siegrist. Bischof Michael Bünker richtete als Generalsekretär der Gemeinschaft Evangeli-scher Kirchen in Europa ein Grußwort an die Delegierten.

ISSN 2222-2464