Neue Fachhochschullehrgänge für Soziales

Caritas und Diakoniewerk als Initiatoren und Entwickler

Linz, 29. Mai 2002 (epd Ö) Als einen wichtigen Schritt zur Qualitätssicherung und Imageverbesserung in den Sozialberufen sieht Rektor Dr. Gerhard Gäbler vom Evangelischen Diakoniewerk Gallneukirchen die Gründung der Fachhochschule für Soziales in Linz. Am vergangenen Wochenende hatte der Fachhochschulrat in Wien zwei neue Studiengänge beschlossen, die im Wintersemester 2002/2003 starten: Soziale Dienstleistungen und Sozialmanagement. Der Studienzweig „Soziale Arbeit“, hervorgegangen aus den Sozialakademien, startete bereits im Herbst 2001.

Beide Studiengänge wurden gemeinsam von der Caritas und dem Evangelischem Diakoniewerk Gallneukirchen initiiert und inhaltlich vorbereitet. Mit Unterstützung des Landes Oberösterreich, Stadt und Magistrat Linz sowie Bundesmitteln werden im Herbst die beiden Lehrgänge angeboten. Standort ist vorerst die ehemalige landwirtschaftliche Fachschule Riesenhof sowie die Sozialakademie in Linz. Ein Neubau der Fachhochschule für Soziales ist für 2004 in Linz geplant.

Rektor Gäbler vom Diakoniewerk wertet die Genehmigung der beiden Studiengängen als wichtigen Erfolg für die Entwicklung in den Sozialberufen: „Es ist sehr erfreulich, dass Österreich nun endlich nachgezogen hat und erste Sozialfachhochschulen installiert. Im europäischen Ausland wird schon seit Jahren qualifiziertes Führungspersonal für die sozialen Einrichtungen aus den Sozialfachhochschulen rekrutiert.“ Bisher, so Gäbler, seien vorwiegend wirtschaftlich-technische Zweige forciert worden, nun könnte endlich auch eine professionelle Ausbildung für Sozialberufe an Fachhochschulen angeboten werden. Mit der Realisierung neuer, zukunftsweisender Betreuungskonzepte entstehe auch ein erhöhter Bedarf an qualifizierten MitarbeiterInnen. Gäbler: „Die Sozialfachhochschule bildet nicht nur solche MitarbeiterInnen aus, sondern hebt auch das Image der Sozialberufe.“

Ausbildung dauert vier Jahre

Die Lehrgänge können haupt- bzw. auch nebenberuflich absolviert werden, wobei 20 Wochenstunden Berufstätigkeit empfohlen werden. Als Voraussetzung gilt die Hochschulreife – d.h. Matura, Studienberechtigungsprüfung bzw. eine Fachausbildung mit Zusatzprüfungen. Die Ausbildung dauert vier Jahre und schließt mit dem akademischen Titel „Magistra/Magister Soziale Dienstleistungen (FH)“ bzw. „Magistra/Magister für Sozialmanagement (FH)“. Im Unterschied zu universitären Lehrgängen werden beide Studiengänge sehr praxisbezogen geführt. Als Studienlehrgangsleiter konnten Mag. Andrea Aschenwald aus dem Diakoniewerk (Soziale Dienstleistungen) sowie Dr. Markus Lehner, Direktor des Instituts für Caritaswissenschaft (Sozialmanagement) gewonnen werden.

ISSN 2222-2464