Nepal nach Erdbeben im Ausnahmezustand

Ein eingestürztes Wohnhaus inmitten der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. (Lutheran World Federation/LWF)
Ein eingestürztes Wohnhaus inmitten der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. (Lutheran World Federation/LWF)

Diakonie Katastrophenhilfe: Partner starten Noteinsätze

Wien (epdÖ) – Ein Erdbeben der Stärke 7,8 mit dem Epizentrum nahe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu hat am Samstag, 25. April schwere Zerstörungen in weiten Teilen des Landes verursacht. Offiziellen Angaben zufolge ist es das schwerste Erdbeben, das die Region seit 81 Jahren erschüttert hat. Die Zahl der Toten steigt zurzeit stündlich.

„Die Zentralregion um Kathmandu ist besonders schwer betroffen. Bezüglich der abgelegeneren Gebiete des gebirgigen Landes gibt es noch wenig konkrete Informationen. Hubschrauber überfliegen die Region, um die Zerstörungen zu überblicken, und so wurde bekannt, dass die Zerstörungen das ganze Land betreffen“, erklärt Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe in Österreich. Partner der Diakonie Katastrophenhilfe sind in Nepal aktiv. Sie recherchieren die Lage und bereiten Hilfe vor.

Die Regierung Nepals sieht sich derzeit überfordert, die notwendige Hilfe in den schwer zugänglichen Regionen leisten zu können, und hat deshalb die internationale Gemeinschaft aufgerufen, Notfallhilfe zu leisten.

Der Lutherische Weltbund (LWF), langjähriger Projektpartner der Diakonie Katastrophenhilfe, ist in Nepal aktiv und startete unmittelbar nach dem Beben erste Hilfsmaßnahmen. Das Notfallteam ist in Kathmandu stationiert. „Ziel ist es jetzt, die Überlebenden möglichst schnell mit Wasser, Nahrung und Medikamenten zu versorgen. Da viele Menschen Angst haben, wieder in ihre Wohnungen zurückzukehren, ist es auch wichtig, für die Betroffenen Notunterkünfte bereitzustellen“, so Lassmann.

Ein fünfköpfiges Erkundungsteam der Johanniter ist am Sonntag, 26. April von Frankfurt aus in das Katastrophengebiet aufgebrochen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, darunter auch die österreichische Notfallsanitäterin Miriam Kaundert. Die erfahrenen Soforthelfer der Johanniter-Auslandshilfe führen leichte medizinische Ausstattung mit sich, werden erkunden, welche Hilfe am dringendsten benötigt wird und Kontakt zu den internationalen Katastrophenkoordinierungseinrichtungen vor Ort aufnehmen. „Wir befürchten, dass die aktuellen Opferzahlen noch erheblich steigen könnten, denn aus vielen Regionen haben wir bisher noch keinerlei Informationen erhalten, weil die Infrastruktur zusammengebrochen ist“, schätzt Oliver Rodewald, Leiter der Soforthilfe der Johanniter-Auslandshilfe, die Lage ein.

Das volle Ausmaß der Katastrophe wird erst in den kommenden Tagen sichtbar werden. Um die anlaufenden Hilfsmaßnahmen vor Ort zu unterstützen, bitten die Diakonie Katastrophenhilfe und die Johanniter um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe: Kennwort „Erdbeben Nepal“, IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333, BIC: GIBAATWWXXX
Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich: Kennwort „Erdbeben Nepal“, IBAN: AT30 1200 0006 8404 7707, BIC: BKAUATWWXXX

ISSN 2222-2464