Nationalratswahl: Wie halten es die Parteien mit dem Karfreitag?

Was mit dem Karfreitag passieren soll wollte Bischof Michael Chalupka vor der Wahl von den Parteien wissen. Foto: pixabay
Was mit dem Karfreitag passieren soll wollte Bischof Michael Chalupka vor der Wahl von den Parteien wissen. Foto: pixabay

Bischof Michael Chalupka bat Parteien um Stellungnahme

Wien (epdÖ) – Wie geht es nach den Nationalratswahlen weiter mit dem Karfreitag? Das wollte der neue Bischof der Evangelischen Kirche A.B., Michael Chalupka, von den österreichischen Parteien wissen. In Briefen an die Parteichefs und -chefinnen fragte Chalupka, inwiefern sie für eine Änderung der Gesetzeslage eintreten und „inwieweit sie einem Gespräch aller Beteiligten – der Sozialpartner, der Religionsgemeinschaften und der politischen Parteien – positiv gegenüber“ stünden. In ihren Antwortschreiben zeigen sich alle Parteien grundsätzlich zu Gesprächen bereit.

Gegenüber der APA hatte Chalupka gesagt: „Im Wahlkampf ist es uns wirklich wichtig, dass sich die Parteien zum Karfreitag positionieren. Die evangelischen Bürger und Bürgerinnen sollten das wissen“. Seit 2019 gilt der Karfreitag nicht mehr als Feiertag für Evangelische und Altkatholiken, stattdessen gibt es einen „persönlichen Feiertag“ für alle, der aber aus dem bestehenden Urlaubskontingent genommen werden muss. Nicht nur von den betroffenen Kirchen hatte es massive Kritik an dieser Regelung gegeben.

Ex-Kanzler Sebastian Kurz von der Neuen Volkspartei bezeichnete in seinem Schreiben die aktuelle Regelung mit dem „persönlichen Feiertag“ als „möglichst nah an der bisherigen Regelung“. Es sei ihm bewusst, dass die Neuordnung „nicht ungeteilten Zuspruch erfahren habe“, daher sei auch der fortgesetzte Dialog zu diesem Thema „sehr wichtig“.

Die SPÖ unterstütze die Initiative der Evangelischen Kirche „für einen Karfreitag als Feiertag für alle Menschen in unserem Land“, schreibt deren Vorsitzende, Pamela Rendi-Wagner. Die Neuregelung sei ein „Hohn gegenüber der evangelischen Bevölkerung“. Ein Austausch mit einem anderen Feiertag käme nicht in Frage, es könne nur einen zusätzlichen Feiertag oder Urlaubstag geben.

Aus dem Büro des FPÖ-Bundesparteiobmanns Norbert Hofer heißt es an Chalupka gewandt, die Partei wolle gerne „mit Ihnen und den Vertretern Ihrer Kirche die Frage der geltenden Karfreitagsregelung“ diskutieren. Dabei sollten die Erfahrungen, die bisher mit der Neuregelung gemacht worden seien, erörtert werden.

Für NEOS antwortete der stellvertretende Klubobmann Nikolaus Scherak, die Partei hätte „eine Lösung vorgezogen, die gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern – unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft – neutral ist“.

Maria Stern von der Liste Pilz betonte, man habe sich immer „für den Karfreitag als allgemein gültigen Feiertag ausgesprochen“. Man habe auf parlamentarischem Weg versucht die Neuregelung zu verhindern, „leider ohne Erfolg“. Weitere Gesetzesinitiativen in diese Richtung werde man unterstützen.

Die Grünen treten dafür ein, „den Karfreitag zu einem gesetzlichen Feiertag für alle zu machen“, schreibt deren Bundessprecher Werner Kogler. Dies sei gerechtfertigt, da Arbeitsproduktivität und – -intensität in den letzten Jahren stark gestiegen seien. „Auch der Wunsch der Gläubigen, diesen Feiertag zurückzubekommen ist nachvollziehbar und zu respektieren.“

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ISSN 2222-2464