Namensgebungsfeier für das Wilhelm-Dantine-Haus

Das Evangelische Studentenheim in der Wiener Blumengasse wurde nach dem großen protestantischen Theologen benannt.

Wien, 26. Juni 2002 (epd Ö) „Wilhelm Dantine hat viele Theologen und auch mich geprägt, und dafür bin ich ihm dankbar.“ Das sagte Bischof Mag. Herwig Sturm bei der Namensgebungsfeier des Wilhelm-Dantine-Hauses am Freitag, 21. Juni. Sturm betonte bei dem Festakt, mit dem das ehemalige „Heim für Studierende der evangelischer Theologie und der pädagogischen Akademien in Wien“ in der Blumengasse 6 im 18. Wiener Gemeindebezirk „umgetauft“ wurde, dass Dantine immer wieder Mut gemacht habe „zum Denken und zum Christsein in der Welt.“ Dantine, der selbst 1948 Studieninspektor des damaligen Studentenwohnheims war, sei ein Vorbild für das „protestantische Abenteuer“ gewesen.

Der Pfarrer im Schuldienst, Dr. Eric Hultsch, wies auf die „besondere Fähigkeit Dantines hin, anschaulich erklären zu können. Der ehemalige Assistent Dantines: „Unser Professor hatte die Fähigkeit, seine Studenten hervorragend zu lehren, ohne belehrend zu wirken oder jemanden zurechtzuweisen.“

Elke Uschmann: Geistliche und seelsorgerliche Begleitung zunehmend gefragt

„Mit sechs Studierenden hat das Studentenheim 1901 seine Pforten geöffnet“ sagte Pfarrerin Mag. Elke Uschmann in ihrer Ansprache. Damals und lange Zeit noch sei es Aufgabe des Studieninspektors, in Andachten und Seminaren das theologische Lehrangebot der Fakultät zu ergänzen. Dies trete heute mehr und mehr in den Hintergrund: „Die geistliche und seelsorgerliche Begleitung gewinnt zunehmend an Bedeutung“, so Elke Uschmann. Der Geist des Hauses sei ein besonderer, „der das Wilhelm-Dantine-Haus von anderen Studentenheimen unterscheidet.“ Ziel sei es, und das finde sich auch im Leitsatz des Hauses wieder, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und zu entfalten und die Möglichkeit zu haben, christliche Werte und Spiritualität zu üben und zu leben. „Wir leben hier in Gemeinschaft und üben Toleranz, Demokratie und Integration. Ein Gedanke, der sicher im Sinne von Wilhelm Dantine ist,“ so die Leiterin des Wilhelm-Dantine-Hauses.

Reiner: Frieden Gottes für die Welt üben und leben

Für Dantine schließe der „Plan Gottes mit den Menschen das verantwortungsvolle Handeln der Menschen mit ein“ sagte Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner im Semesterschlussgottesdienst im Anschluss an den Festakt. Das Wilhelm-Dantine-Haus sei „ein guter Übungsplatz, um Gottes Frieden für die Welt zu üben.“ Denn dieser Frieden, die Schalom, für die Welt und für dich und mich, gelte es zu leben: „Miteinander und füreinander.“

Heute bietet das Wilhelm-Dantine-Haus Platz 53 Einzelzimmer und fünf Doppelzimmer für Studierende der Theologie und anderer Fächer.

ISSN 2222-2464