16.08.2025

Mutter Olga

Michael Chalupka über eine Hebamme für den Frieden

In Alaska beten die orthodoxen Gläubigen für Frieden in der Ukraine. Foto: depositphotos/wildnerdpix

Michael Chalupka über eine Hebamme für den Frieden

Die Welt hofft auf Frieden in der Ukraine. Ob der Schlüssel dazu in Alaska vergraben liegt, wird sich zeigen. Vladimir Putin und Donald Trump treffen sich bei Anchorage. Der winzige Ort Kwethluk liegt 623 km weiter westlich. Dort wird die Heilige Olga Matushka verehrt. Sie wurde gerade von der Orthodoxen Kirche Amerikas heiliggesprochen. Die Orthodoxe Kirche dort ist ein Erbe der Zeit, als Alaska zu Russland gehörte.

Mutter Olga stammte aus der Volksgruppe der Yupik, die sowohl auf der sibirischen als auch auf amerikanischer Seite der Beringstraße zu finden ist. Ihr Yupikname Arrsamquq bedeutet „arm“ oder „niedrig“. Zu ihren Lebzeiten lebte sie als Frau eines orthodoxen Priesters namens Nicolai Michael, brachte 13 Kinder zur Welt und arbeitete als Hebamme.
Als sie im Alter von 63 Jahren an Krebs starb, wurden wundersame Geschichten erzählt. Bei ihrer Beerdigung taute plötzlich der Boden mitten im November auf, um ein Grab schaufeln zu können und ein Schwarm Zugvögel soll am Himmel erschienen sein, obwohl diese vor Monaten nach Süden aufgebrochen waren.

Die orthodoxen Gläubigen Alaskas beten nun zu ihr, für ihre Schwestern und Brüder in der Ukraine, wie sie beteuern. Mutter Olga war eine Heilerin und Versöhnerin. Eine Hebamme für den Frieden. Vielleicht liegt der Schlüssel zum Frieden ja wirklich in Alaska, wenn nicht in Anchorage, dann in Kwethluk. Mögen die Gebete der Yupik Gehör finden.

ISSN 2222-2464

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Schlagworte

Chalupka | Frieden | Ukraine

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