Museum Moderner Kunst „Lentos“ in Linz eröffnet

Superintendent Eichmeyer: „Es geht nicht um einlullendes Schönfärbertum, sondern um die Wahrheit“

Linz, 21. Mai 2003 (epd Ö) „Gerade in der modernen Kunst geht es nicht um einlullendes Schönfärbertum, sondern um die Wahrheit. Gott ist ein Freund der Wahrheit. Die soll immer sichtbar und transparent werden. Danach hungert der Mensch inmitten aller Zerrbilder unserer Zeit.“ Das sagte der oberösterreichische Superintendent, Mag. Hansjörg Eichmeyer, in seiner Ansprache zur Eröffnung des Museums Moderner Kunst „Lentos“ am 18. Mai in Linz. Eichmeyer erinnerte daran, dass die moderne Kunst neue Horizonte, Sichtweisen und Einblicke vermittle. Sie fordere in ihrer abstrakten und symbolhaften Ausdrucksweise den Betrachter zu „mitschöpferischer Phantasie“ heraus. „Mitunter schockiert sie, rüttelt auf und stellt alte Trugbilder und fertige Bilder der Vorurteile in Frage“, sagte der Superintendent.

Landeshauptmann Pühringer: Kultur kostet Geld

Bundespräsident Dr. Thomas Klestil, der die offizielle Eröffnung des Museums vornahm, erklärte: „Althergebrachtes und Tradition nicht zu verleugnen und Neues zuzulassen und zu fördern, das ist der Weg, den es zu gehen gilt.“ Linz sei dafür ein gutes Beispiel. Klestil bezeichnete den als „gläsernes Schiff an der Donau“ bekannten Bau als eine „Landungsbrücke für Menschen aus ganz Europa“.

Dass Kultur Geld kostet, unterstrich Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. „Aber keine Kultur kostet ein Volk wesentlich mehr“, fügte der Politiker hinzu.

Musikalisch gestaltet wurde der Festakt von Dennis Russell Davies, der als Pianist Werke von Peter Ruzicka und Pavel Haas spielte. Seine Welturaufführung erlebte das Werk „Dreaming awake“ von Philip Glass, einem Freund von Russell Davies.

www.lentos.at

ISSN 2222-2464