Multiethnischer Kindergarten in Bosnien-Herzegowina

Bei der Eröffnung des inklusiven, multiethnischen Kindergartens in Bosnien-Herzegowina. Foto: Ljuban Karadza
Bei der Eröffnung des inklusiven, multiethnischen Kindergartens in Bosnien-Herzegowina. Foto: Ljuban Karadza

Diakoniewerk betreibt zweiten inklusiven Kindergarten in dem gespaltenen Land

Gallneukirchen/Livno (epdÖ) – Nach dem bewährten Modell des Kindergartens in Mostar betreibt das Diakoniewerk einen zweiten integrativen, multiethnischen Kindergarten in Livno (Bosnien-Herzegowina). Eröffnet wurde der Kindergarten, der auf 15 Jahre Erfahrung in der Begleitung von Kindern zurückgreift, bereits im November des Vorjahres. Rund 40 Kinder mit und ohne Behinderungen im Alter von 3 bis 6 Jahren können in zwei Kindergartengruppen betreut werden. Besonderes Augenmerk wird dabei in dem nach wie vor stark gespaltenen Land auf Inklusion und Multi-Ethnizität gelegt. „Kinder, deren Eltern und Großeltern noch aktiv in die kriegerischen Auseinandersetzungen am Balkan involviert waren, finden durch diesen Kindergarten Freunde – unabhängig von der Ethnie oder der religiösen Zugehörigkeit. Vorurteilsfrei wird so ein Grundstein für ein gelingendes Miteinander in Vielfalt gelegt“, betont Eva Neußl-Duscher, die den Bereich Internationale Projekte und Standorte im Diakoniewerk leitet.

Im Spiel sind alle gleich, lautet das Motto des Kindergartens. Pro Gruppe haben bis zu drei Kinder mit Behinderung die Möglichkeit, hier ihre Kindergartenzeit zu verbringen. Unabhängig von Religion und Herkunft finden alle Kinder Betreuung. Auch sieben Kindern aus sozial benachteiligten Familien wird ein Kindergartenbesuch ermöglicht und der Kindergartenbeitrag nachgelassen.

Für Tina Mihaljević, Leiterin des Kindergartens, sind die enge Zusammenarbeit mit den Eltern, die Entwicklung der sozialen Kompetenz der Kinder sowie gesunde Ernährung – um nur einige Schwerpunkte zu nennen – besonders wichtig. Neben den Kindergruppen ist auch das Team der Pädagoginnen bewusst multiethnisch zusammengesetzt, somit können Sprache, Traditionen und Feste im Jahreskreis für alle zugänglich gemacht und das gegenseitige Verständnis gefördert werden.

ISSN 2222-2464