Müller: Vernetzung erweitert Horizont

Superintendentialversammlung tagte in Salzburg – Eckart Fussenegger als Superintendentialkurator bestätigt

Salzburg (epd Ö) – „Ein Leben, das Entwicklungen zulässt, muss nach meiner Meinung immer von beidem geprägt sein: von den vertrauten Regeln und Ritualen und von den Wahrnehmungen neuer Möglichkeiten“, sagte Superintendentin Mag. Luise Müller in ihrem Bericht vor der Superintendentialversammlung der Diözese Salzburg-Tirol, die von 24. bis 25. März in der Pfarrgemeinde Salzburg-Süd tagte. Ängstlichkeit und Feindbilder schaden, so die Superintendentin, während Vernetzung der Gemeinden und Abbau von Verwaltungsarbeit helfen, einen „größeren Blick“ zu erhalten.

In ihrem Bericht wies Müller auf das Jubiläumsjahr 2006 der Diözese hin. Am 1. April 1966 wurde die Superintendentur Salzburg-Tirol begründet, erster Superintendent war der Salzburger Gemeindepfarrer an der Christuskirche, DI Mag. Emil Sturm. Mit dem Projekt „Jubiläumskalender“ wolle man sich in den Gemeinden öffnen und gegenseitige Projekte vorstellen. 2006 konstituierten sich die neu gewählten Gemeindevertretungen und Presbyterien, in der Folge die jeweils nächsthöheren Gremien. Als erfreulich stufte die Superintendentin die Arbeit des Evangelischen Bildungswerks in Tirol ein, den zweiten Theologischen Grundkurs, die diözesane Website www.sichtbar-evangelisch.at, die Bemühungen um die Umsetzung von KI online und die Organisationsentwicklung der Gesamtkirche. Zahlenmäßig entwickelt sich die evangelische Kirche in Salzburg-Tirol unterschiedlich. Im Jahr 2005 verzeichnete die Diözese die höchsten Tauf- und Eintrittszahlen, die niedrigsten Trauungs-, Beerdigungs- und Austrittszahlen. Das Verhältnis von Eintritten zu Austritten ist immer noch 1 zu 3,7. Zum Jahresende 2005 gehörten 29.523 evangelische ChristInnen der Diözese an.

Zur Debatte um das Telfer Minarett sagte Müller: „Ich sehe mehreres: Zum einen sollten wir unsere Naivität ablegen und dort, wo uns der Islam aggressiv oder menschenrechtsverletzend begegnet, das wahrnehmen und benennen. Es geht nicht nur um harmoniesüchtiges Liebhaben. Zu einer guten Integration gehört mehr. Zum anderen sollten wir pauschale Fremdenfeindlichkeit auch wahrnehmen und benennen, auch auf dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte. Und zum Dritten sollten wir unseren eigenen Glauben gut kennen.“

Geprägt war die 42. Superintendentialversammlung von konstituierenden Wahlen für die kirchlichen Gremien der Diözese und Synode für die nächsten sechs Jahre. Als Superintendentialkurator wurde RA Dr. Eckart Fussenegger bestätigt. SeniorInnen sind Pfarrerin Mag. Fridrun Weinmann und Pfarrer Mag. Klaus Niederwimmer. Pfarrer Mag. Wolfgang Del-Negro wurde von der Delegiertenversammlung herzlich verabschiedet. Dem Superintendentialausschusses gehören als weltliche Mitglieder Dipl.Vw. Erika Schwarz und Martin Mericka an. In die Synode entsendet die Diözese Pfarrer Dr. Peter Gabriel, Pfarrer Mag. Eberhard Mehl, Gerlinde Busse und Dr. Linde Vegh. Zum Abschluss der Versammlung verabschiedete sich Leopold Kunrath in seiner Funktion als Landeskirchenkurator. Erstmals nahmen an der Superintendentialversammlung auch Delegierte der Bildungswerke, der Diakonie, der Miltärseelsorge, der Frauenarbeit und der Schulen teil.

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ISSN 2222-2464