Mit Jahreswechsel auch Wechsel des Vorstandes beim Ökumenischen Rat

Neuer Vorsitzender ist der lutherische Bischof Sturm

Wien, 4. Januar 2006 (epd Ö) – Mit Jahreswechsel tritt für den Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) ein neuer Vorstand in sein Amt, den Vorsitz übergibt Oberin Prof. Christine Gleixner an den evangelisch-lutherischen Bischof Mag. Herwig Sturm. Gegenüber epd Ö betonte Sturm, „dass mir durch die Wahl zum Vorsitzenden des ÖRKÖ ab 1.1.2006 eine sehr schöne Aufgabe übertragen worden ist. Ich möchte sie wahrnehmen im Sinne einer Erklärung der Synode A.B. aus dem Jahr 2000: „In Jesus Christus ist die Einheit vorgegeben, in die alle Kirchen ihre Schätze einbringen, in der sie voneinander lernen und miteinander der Welt dienen.“

Oberin Gleixner gehört noch bis 2007 der Vollversammlung des Ökumenischen Rates an. Als Höhepunkte ihres sechsjährigen Vorsitzes bezeichnete Gleixner die Erarbeitung des Sozialworts, die vielen Akzente im christlich-jüdischen Gespräch und die kirchlichen Initiativen zur Aussöhnung mit Tschechien nach dem EU-Beitritt Prags im Mai 2004.

Oberin Gleixner war als römisch-katholische Vertreterin im Vorstand des ÖRKÖ sechs Jahre lang Vorsitzende des Rates. Gleixners Einsatz, besonders für das Ökumenische Sozialwort und bei den interreligiösen Gesprächen, beim Ausbau der Kontakte in Europa und bei der Ökumenischen Sommerakademie ist von Bischof Sturm nach dessen Wahl ausdrücklich gewürdigt worden. Großen Wert legte die scheidende ÖRKÖ-Vorsitzende auch auf den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen, vor allem auf das besondere Naheverhältnis zum Judentum. In Österreich ist Oberin Gleixner durch ihre wissenschaftlich-theologische Kompetenz, aber auch durch ihr Interesse für die gelebte Ökumene in der Seelsorge und ihr kirchendiplomatisches Geschick seit langem anerkannte Expertin, deren Rat auch bei den Bischöfen gefragt ist.

Metropolit Staikos dankt Oberin Gleixner

Der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos hat Oberin Christine Gleixner für ihre „großartigen und segensreichen Leistungen für die Ökumene“ gedankt. Es sei dem unermüdlichen Einsatz von Christine Gleixner zu danken, dass der Ökumenische Rat in Kirche und Gesellschaft so hohes Ansehen genießt. In besonderer Weise dankte Metropolit Staikos Oberin Gleixner für ihr Engagement zu Gunsten der orthodoxen Kirchen. Dadurch sei es möglich geworden, dass „die Orthodoxie zum gleichwertigen Partner bei der Gestaltung der Ökumene in Österreich wurde“.

Eine Pressekonferenz des neuen ÖRKÖ-Vorstandes ist für den 16. Januar geplant.

ISSN 2222-2464