Miklas: Zuwanderung ist größte politische Herausforderung

Klare Worte gegen Angstmache und Verunsicherung: der steirische Superintendent Hermann Miklas (Foto: epdÖ/Uschmann)
Klare Worte gegen Angstmache und Verunsicherung: der steirische Superintendent Hermann Miklas (Foto: epdÖ/Uschmann)

Steirischer Superintendent fordert sachliche Diskussion und sinnvolle Lösungen ein

Graz (epdÖ) – Eine sachlich nüchterne Diskussion über das Thema Asylwerber sowie sinnvolle Lösungen auf breiter gesellschaftlicher Basis wünscht sich Superintendent Hermann Miklas angesichts der steirischen Landtagswahlen vom 31. Mai in einem Artikel für die „Kleine Zeitung“ (Ausgabe 4. Juni 2015). „Am stärksten geprägt hat den Wahlkampf zweifellos das Asylthema. Das hat sich auch im Ergebnis niedergeschlagen. Leider war die Wahl der Mittel dabei oft untergriffig: Halbwahrheiten, Pauschalverdächtigungen und grobe Vereinfachungen haben emotionalisiert. Aber der sprichwörtlich ‚an die Wand gemalte Teufel‘ hat bei vielen Menschen offenbar einen empfindlichen Nerv getroffen“, schreibt Miklas. Politik und Gesellschaft seien gefordert, dem Thema noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Asyl und Zuwanderung seien die „größten innenpolitischen Herausforderungen“ der Gegenwart, zeigt sich der Superintendent überzeugt.

Angesichts der aktuellen Lage brauche es regionale wie überregionale Konzepte im Umgang mit Asylwerbern und Flüchtlingen. Auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften seien bereit, hier Verantwortung zu übernehmen, schon heute würden sie einen „aktiven Beitrag“ leisten.

„Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, meint Miklas in Bezug auf einen biblischen Vers aus dem Buch des Propheten Hosea. Und der Superintendent warnt eindringlich: „Ein Klima der Verunsicherung und der Angst tut auf Dauer niemandem gut. Es zerfrisst den Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Zum Schluss würde unser Land unregierbar werden – selbst für jene, die diese Angst zuletzt so kräftig geschürt haben.“

ISSN 2222-2464