Meyer: Kritik am Stromeinkaufspool

Kirchenrat Schwarz: Menge bestimmt auch Qualität – Kein Atomstrom

Wien, 13. Februar 2002 (epd Ö) Kritik am evangelischen Stromeinkaufspool (s. epd Ö Nr. 2/2002) kommt vom Umweltbeauftragten der Diözese A.B. Wien, Pfarrer Mag. Michael Meyer. In einer Aussendung warnt der Schwechater Pfarrer vor Billigstrom, billig sei nicht immer besser. Er plädiert für die Nutzung von atomkraftfreiem „Ökostrom“ und fordert einen verantwortungsvollen Umgang der Verbraucher, der statt dem Preis vielmehr die Frage der Nachhaltigkeit berücksichtige. An die Kirche appelliert Meyer, „die Stromwirtschaft sorgfältiger zu durchleuchten“.

Dagegen unterstrich der wirtschaftliche Kirchenrat, Ing. Heinrich Schwarz, im Gespräch mit epd Ö, dass die Masse des Einkaufspools nicht nur den Preis, sondern auch die Qualität des Stroms mitbestimme. Einzelnen Verbrauchern wäre dies trotz der Liberalisierung der Strommarktes nur schwer möglich. So ließe sich beim Einkauf von Strom nur über die Bezugsmenge bestimmen, „was man bekommt“. Es sei ihm ein besonderes Anliegen, „die ökonomischen und ökologischen Interessen zu beachten“. Schwarz: „Die Lieferanten unseres Stromes dürfen keinen Strom aus Kernkraftwerken liefern.“ 75 Prozent der Strommenge müsse aus Wasserkraft kommen, die übrige Erzeugung stamme aus Anlagen, die dem Stand der Technik bzw. Umweltschutzstandards in Österreich entsprechen.

ISSN 2222-2464