Mehr interreligiöse Kompetenz für LehrerInnen gefordert

LehrerInnnen benötigen nicht nur Fachkompetenz sondern auch Wissen für den adäquaten Umgang mit religiöser und kultureller Vielfalt (im Bild: Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Bibeln. Foto: M.Uschmann/epdÖ)
LehrerInnnen benötigen nicht nur Fachkompetenz sondern auch Wissen für den adäquaten Umgang mit religiöser und kultureller Vielfalt (im Bild: Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Bibeln. Foto: M.Uschmann/epdÖ)

Gesellschaftliche Tendenz zur Radikalisierung zeigt sich auch im Schulalltag

Wien (epdÖ) – Mehr interreligiöse Kompetenz bei angehenden Lehrerinnen und Lehrern fordert das Österreichische Religionspädagogische Forum in einer aktuellen Stellungnahme. In der Ausbildung angehender Lehrerinnen und Lehrer an den Pädagogischen Hochschulen und Universitäten sollen neben den fachlichen auch die interreligiösen Kompetenzen vertieft und erweitert werden, die Lehrkräften in der Praxis einen reflektierten Umgang mit anderen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen ermöglichen.

„Lehrerinnen und Lehrer sind aufgefordert, über den fachlichen Unterricht hinaus wachsende Gewaltbereitschaft und Radikalität unter Schülerinnen und Schülern rechtzeitig wahrzunehmen und gefährdete junge Menschen zu begleiten. Dazu benötigen sie sowohl besondere Kompetenzen als auch organisatorische und praktische Unterstützung – es darf nicht sein, dass Lehrende mit dieser Aufgabe alleingelassen werden. Das erfordert die Möglichkeit, in der Aus- und Fortbildung Schlüsselkompetenzen in Bezug auf religiöse Vielfalt und den adäquaten Umgang damit im Schulalltag zu erwerben“, heißt es in der Aussendung.

Hintergrund des Aufrufs sei die Erfahrung, dass gesellschaftliche Entwicklungen hin zu Gewalt und Radikalismen auch im Schulalltag ihren Niederschlag fänden. Dies stelle für Lehrerinnen und Lehrer eine große Herausforderung dar. Insofern reiche es nicht aus, wenn einzig die Religionslehrerinnen und -lehrer über interreligiöse Kompetenz verfügten.

Das Österreichische Religionspädagogische Forum (ÖRF) wurde vor gut 20 Jahren gegründet, um religionspädagogische Fragen mit gesellschaftspolitischer Relevanz aus wissenschaftlicher Perspektive heraus zu diskutieren und mit qualifizierter Stimme in der Öffentlichkeit aufzutreten. Im ÖRF-Vorstand sind die katholische, evangelische und islamische Religionspädagogik gleichberechtigt vertreten.

Schlagworte: | |

ISSN 2222-2464