„Mehr als beschämender Umgang mit Überlebenden“

Symposion befasste sich mit Schicksal Homosexueller in der NS-Zeit und danach

Linz/Mauthausen (epd Ö) – Die Aufnahme der homosexuellen Opfer des NS-Regimes in das Opferfürsorgegesetz, die Rehabilitierung der bis 1971 wegen Verstoßes gegen das Verbot gleichgeschlechtlicher Unzucht Verurteilten sowie Formen des Erinnerns und Gedenkens wie Mahnmäler forderte das Symposion „Totgeschlagen – Totgeschwiegen. Homosexuelle Frauen und Männer während der NS-Zeit in Österreich“. Das Symposion, das von 6. bis 8. Mai in Linz und Mauthausen stattfand, beschäftigte sich aus Anlass der 60. Wiederkehr der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen mit der Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung österreichischer homosexueller Frauen und Männer. Thema der Veranstaltung war auch der bis in die aktuelle Gegenwart herauf reichende, nach Ansicht der Veranstalter „mehr als beschämende Umgang“ der Republik Österreich mit den Überlebenden. Erst in der so genannten Kleinen Strafrechtsreform Anfang der Siebziger Jahre sei, so die Moderatorin Gudrun Hauer, die Kriminalisierung Homosexueller bei Erwachsenen aufgehoben worden.

Abgeschlossen wurde die Tagung mit einer ökumenischen Gedenkfeier vor dem Gedenkstein für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus an der „Klagemauer“ im ehemaligen KZ Mauthausen. Die Feier wurde gestaltet von der evangelischen Pfarrerin Gerda Pfandl, von dem katholischen Pastoralassistenten Hans Kouba, von Martin Hermann Eisenbraun von der Altkatholischen Kirche sowie von den VertreterInnen der österreichischen Lesben- und Schwulenbewegung. Alfred Guggenheim, Mitglied der jüdischen Lesben- und Schwulengruppe Re’uth, las das Kaddisch. Veranstalter des Symposions waren die Evangelische Akademie Wien und die Homosexuelle Initiative (HOSI) Linz.

ISSN 2222-2464