LWB-Generalsekretär Noko verurteilt Eskalation des Konflikts im Nahen Osten

Evangelischer Oberkirchenrat: Erklärung in Gottesdiensten verwenden

Wien/Genf (epd Ö) – Der Evangelische Oberkirchenrat hat sich einer Erklärung angeschlossen, die der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Dr. Ishmael Noko, am 18. Juli zu der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten veröffentlicht hat. Die Kirchenleitung hatte in einer Aussendung an die evangelischen Pfarrgemeinden in Österreich empfohlen, diese Erklärung am vergangenen Sonntag in den Gottesdiensten zu verwenden. In seiner Erklärung hatte Noko die aktuelle schwere Eskalation des Konflikts in Israel, in Gaza und im Libanon verurteilt. Noko betonte, dass eine klare Ablehnung jeglicher Gewalt als Mittel zur Friedenssicherung sowie eine aufrichtige Verpflichtung zur Gerechtigkeit für alle Menschen im Heiligen Land nötig sei, um der sich beschleunigenden Spirale der Gewalt zuvorzukommen.

„Wenn wir eines aus der unruhigen Geschichte des Heiligen Landes lernen können, dann, dass Gewalt keinen Frieden bringt“, so der LWB-Generalsekretär. Ausschließlich Extremismus werde von der anhaltenden Gewalt profitieren. Angesichts der Erfahrung des immer wiederkehrenden Auftretens von Gewalt scheine die fehlende Einsicht dieser Tatsache absichtlich zu sein. In dieser Situation seien Begriffe wie „angemessene Mittel“ und Kritik an „unverhältnismäßigen Reaktionen“ schlicht unangebracht.

Noko forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, endlich über Plattitüden hinauszugehen und das Erforderliche zu unternehmen, um der Gewalt entgegenzuwirken. Es gebe weder Hoffnung noch Vernunft in diesem tödlichen Kreislauf der Gewalt. Die Gewalt, von welcher Seite und mit welcher Rechtfertigung auch immer, müsse ein Ende finden. Grundlegendes Unrecht müsse behoben werden, wenn Frieden mehr als ein Wort sein soll. Laut Noko ist es höchste Zeit für die internationale Staatengemeinschaft, eine klare, entschlossene und bedingungslose Sprache zu finden. Wenn die Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft nicht auf Gerechtigkeit als Grundlage des Friedens bestünden, würden sie an der unausweichlichen Fortdauer des Konflikts mitschuldig sein.

ISSN 2222-2464