LWB bemüht sich um bessere Beziehungen zum Vatikan

Neuer Präsident Hanson fordert Aufwertung der Rolle der Frau in der Kirche und kritisiert Irak-Krieg und „Dominanz“ der USA

Winnipeg, 30. Juli 2003 (epd Ö – lwi) Die durch die strikte päpstliche Absage an ein „gemeinsames Abendmahl“ getrübten Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten sollen nach den Wünschen des Lutherischen Weltbundes (LWB) verbessert werden. Auf der Vollversammlung der 136 Mitgliedskirchen aus 76 Ländern mit 65 Millionen Gläubigen in Winnipeg in Kanada plädierte der neu gewählte LWB-Präsident, Bischof Mark Hanson von Chicago, am Sonntag, 27. Juli, dafür, anlässlich der Vorbereitung des 500. Jahrestages der Reformation im Jahr 2017 eine gemeinsame Kommission von LWB und Vatikan einzurichten. Der Jahrestag müsse genutzt werden, um die Ökumene voranzubringen.

Bischof Hanson griff damit einen Vorschlag des Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, des deutschen Kurienkardinals Walter Kasper, auf, der in einem Grußwort angeregt hatte, diesen Jahrestag zu nutzen, um einen „ökumenischen Impuls“ zu setzen.

Der neue LWB-Präsident riet, die Ökumene nicht dem Dialog der Theologen allein zu überlassen. Der US-Bischof sprach sich auch für eine Aufwertung der Rolle der Frau in der Kirche aus. Dafür sei ein „geduldiger Dialog“ nötig, da in manchen Kirchen auch kulturelle Hindernisse zu überwinden seien. Die lutherischen Kirchen empfinde er „nach wie vor als patriarchal geprägt“.

Hanson, der sich in zahlreichen Stellungnahmen gegen den Irak-Krieg ausgesprochen hatte, erklärte, angesichts der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Dominanz der USA sehe er „keine leichte Aufgabe“ in seinem neuen Amt. Er wolle „mit Zuhören“ seine Leitungsaufgabe wahrnehmen. Die Vollversammlung forderte die Vereinten Nationen auf, eine Friedenstruppe in das westafrikanische Bürgerkriegsland Liberia zu schicken.

ISSN 2222-2464