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Lutherischer Bischof Bünker gratuliert Bischof Younan zur Wahl als neuer Präsident des LWB

Kompetenz im Dialog mit Islam und im Friedensprozess im Nahen Osten

Stuttgart/Wien, 26. Juli 2010 (epd Ö) – Der evangelisch-lutherische Bischof von Österreich und Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Michael Bünker, hat die Wahl von Bischof Munib Younan an die Spitze des Lutherischen Weltbunds (LWB) begrüßt. Younan ist seit 1998 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL); bei der Wahl am Wochenende in Stuttgart erhielt er 300 von 360 Stimmen. Durch die Wahl Younans sei jetzt „zu erwarten, dass der Dialog mit dem Islam und der Friedensprozess im Nahen Osten in besonderer Weise in den Fokus der lutherischen Weltgemeinschaft rücken werden“, so Bischof Bünker am Montag.

Younans Wahl zum LWB-Präsidenten sei „ein Signal an die Christinnen und Christen im Nahen Osten, dass die Welt an ihrer besonderen und schwierigen Situation Anteil nimmt“, schreibt Bünker. Younan habe als Anwalt dieser christlichen Kirchen nun eine weltweit vernehmbare Stimme bekommen. Der Bischof von Jordanien und dem Heiligen Land bringe großes Engagement und viel Erfahrung in den Fragen des Islam-Dialogs und des Nahost-Friedensprozesses in sein neues Amt ein.

Die von Younan geleitet ELCJHL wurde im 19. Jahrhundert von Deutschen gegründet. Sie gehört dem LWB seit 1974 an und hat rund 3000 Mitglieder. Bischof Younan wurde am 18. September 1950 in Ostjerusalem geboren. Er stammt aus einer Flüchtlingsfamilie aus Beer Sheva; seine Ehefrau Suad, mit der er drei Kinder hat, aus einem 1948 zerstörten arabischen Dorf in Israel.

Younan ist in der Nahostfrage auf Linie der palästinensischen Autonomie-Führung. Die Sicherheit Israels sowie Freiheit und Gerechtigkeit für das palästinensische Volk, so lautet sein Credo, seien nur „im Doppelpack“ zu haben. „Ohne eine Zwei-Staaten-Lösung wird das nicht gelingen“, betonte er. Es reiche aber nicht, einen neuen Verhandlungsprozess zu initiieren. Vielmehr müsse internationales Recht umgesetzt werden: „Israelis und Palästinenser sehnen sich nach einem normalen Leben.“

ISSN 2222-2464