Lutherische Kirchen in Österreich und Italien vereinbaren engere Zusammenarbeit

Bischof Sturm: Hoher Anspruch, den beide Kirchen mit Vereinbarung eingehen

Wien (epd Ö) – „Wir haben große Pläne“, sagte Bischof Mag. Herwig Sturm vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI) und der Evangelischen Kirche in Österreich am Montag, 30. Oktober, im Anschluss an den Reformationsempfang der Evangelischen Kirche in Wien. Es sei ein „hoher Anspruch“, den beide Kirchen mit der Vereinbarung aneinander stellen, so Sturm. In der Vereinbarung wird die Absicht geäußert, „einander als Minderheitskirchen in benachbarten Ländern zu unterstützen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit in kirchenpolitischen Angelegenheiten vor allem auf nationaler und europäischer Ebene zu verstärken“.

Besonders erwähnt wird der routinemäßige Austausch der Tagesordnungen und der Arbeitsprogramme der Synoden. Ebenso soll eine „ad hoc-Arbeitsgruppe zur Erhebung und Klärung der mit der Mobilität zwischen den beiden Ländern verbundenen Rechtsfragen“ eingesetzt werden. Vereinbart werden auch der Austausch von Dokumenten, Berichten und Stellungnahmen sowie die Beratung gemeinsamer Initiativen zu nationalen und europäischen kirchenpolitischen Themen. Vorgesehen ist die Verwendung der Möglichkeiten, die der „Kommunikationsausschuss Lutherischer Minderheitskirchen in Europa“ (KALME) etwa mit seiner Internet-Plattform www.kalme.net bietet. Hier sollen „Informationen und für die Diskussion gemeinsame Anliegen sowohl intern zwischen den Kirchenleitungen als auch mit der allgemeinen Öffentlichkeit in den beiden Ländern ausgetauscht werden. Schließlich soll die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien mit der Frage befasst werden, ob und wie eine Zusammenarbeit mit der gleichartigen Ausbildungsstätte für evangelische TheologInnen in Rom eingerichtet werden kann.

Die Vereinbarung schließt mit dem Satz, dass die Bildung eines Arbeitskreises beider Kirchen zur gemeinsamen Standortbestimmung in theologischen und ethischen Grundsatzfragen vorbereitet werden soll.

ISSN 2222-2464