Liste der Mangelberufe: Pflegesektor wird vermisst

Auch Hilfsorganisationen vermissen die Berücksichtigung der Pflegeberufe. Bild: epd/Uschmann
Auch Hilfsorganisationen vermissen die Berücksichtigung der Pflegeberufe. Bild: epd/Uschmann

Hundstorfer: Diplomierte PflegerInnen sind ohnehin Schlüsselkräfte

Wien (epdÖ) – Die Kritik an der Fachkräfteverordnung, in der so genannte Mangelberufe aufgelistet sind, reißt nicht ab. Nun drängen auch die namhaften Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe auf eine Berücksichtigung der Pflegeberufe. Schon heute bestehe in diesem Sektor Mitarbeiterbedarf und er werde künftig weiter steigen, wurde am Montag in einer gemeinsamen Presseaussendung der in der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) gebündelten Organisationen betont.

Bis zum Jahr 2020 rechnet man mit einem Mehrbedarf von 17.000 Vollzeitäquivalenten in Pflege und Betreuung, rechnete BAG-Vorsitzende Monika Wild vor. Ähnlich hatte zuvor schon der Städtebund argumentiert, der bereits vergangene Woche seine Ablehnung der Verordnung deponiert hatte. Diese befindet sich noch bis 13. Juni in Begutachtung, die Liste umfasst 25 überwiegend technische bzw. handwerkliche Berufe. Gemäß dem System der Rot-Weiß-Rot-Card gilt für Personen mit entsprechenden Ausbildungen bzw. Fachwissen ein erleichterter Zuzug.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer kann die breite Kritik indes nicht nachvollziehen. Gegenüber der Tageszeitung „Die Presse“ (Ausgabe vom 11. Juni) sagte er, dass diplomiertes Pflegepersonal ohnehin per Quote für ausländische Schlüsselkräfte, die mehr als 2.000 Euro verdienen, zuziehen könne. Bei sonstigen Pflegehelfern gebe es „nie ein Problem“.

Seit knapp einem Jahr gilt in Österreich ein so genanntes „kriteriengesteuertes“ Zuwande-rungssystem. Es sieht ein flexibles Punktesystem für drei Zuwanderer-Gruppen vor, um den Bedarf der Wirtschaft in alle Richtungen – besonders Hochqualifizierte, Fachkräfte in Man-gelberufen und Schlüsselkräfte – abdecken zu können.

ISSN 2222-2464