Linz: Diakoniezentrum startet kostenlose Psychotherapie für Kinder

Kinder und Jugendliche mit mit psychischen Problemen werden im Diakoniezentrum Spattstraße kostenlos betreut. Foto: Sam Headland
Kinder und Jugendliche mit mit psychischen Problemen werden im Diakoniezentrum Spattstraße kostenlos betreut. Foto: Sam Headland

Psychologin Hanke: „Wichtig, dass Eltern mit eingebunden werden“

Linz (epdÖ) – Kostenlose Psychotherapie für Kinder aus bedürftigen Familien bietet seit Jahresbeginn das Diakoniezentrum Spattstraße in Linz. Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten werden im Diakoniezentrum Spattstraße Kinder und Jugendliche betreut, die auch im Haus wohnen. Mit dem neuen Angebot wird die Betreuung auch für Kinder, die nicht in den Einrichtungen des Diakoniezentrums leben, geöffnet.

„Sehr wichtig ist uns, dass die Eltern in die Therapie mit eingebunden werden“, erklärt Irene Hanke, die für das Projekt zuständig ist. „Psychotherapeutische Betreuung bei Kindern kann nur gemeinsam mit dem sozialen Umfeld gelingen.“ Bei den berücksichtigten Störungsbildern sei man sehr offen. Das sei auch notwendig, da die Probleme der Kinder und Jugendlichen vielfältig seien. So reiche das Spektrum von Ängsten über Selbstverletzungen, Süchte, Zwänge, Depressionen, traumatische Erlebnisse, Trennungserlebnisse, Trauer, Schul- und Lernschwierigkeiten, körperliche Beschwerden, die nicht organisch bedingt sind, bis hin zu sozial unsicherem oder auffälligem Verhalten, Kontaktschwierigkeiten, Aggressivität, familiären Problemen oder Pubertätskrisen. Das Projekt in der Spattstraße sei in den ersten Wochen des Jahres gut angelaufen, so Hanke weiter, etwa zehn Kinder hätten sich für das Angebot angemeldet.

Kinder und Jugendliche in Österreich leiden verstärkt unter psychischen Erkrankungen. Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk, selbst ausgebildeter Psychologe, nennt Zahlen: „14 Prozent der Kinder in Österreich brauchen therapeutische Hilfe bei Depression, Angstzuständen, Trauer oder traumatischen Erlebnissen.“

Die Finanzierung der psychotherapeutischen Betreuung übernimmt die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse. Für die Kostenübernahme ist jedoch eine ärztliche Überweisung notwendig. Weitere Informationen finden Sie hier. 

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ISSN 2222-2464