Lein: Weihnachten erinnert an Bedeutung der Kinder

Die Botschaft vom Kind in der Krippe muss Konsequenzen in Kirche und Gesellschaft haben, meint der neue Wiener Superintendent

Wien, 22. Dezember 2003 (epd Ö) Die Bedeutung der Kinder in Kirche und Gesellschaft hat der neue Wiener Superintendent Mag. Hansjörg Lein hervorgehoben. „Wir singen voller Inbrunst in der Weihnachtszeit: „Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all …“. Und wenn sie dann kommen mit ihren Anliegen, geben wir gar keine Antwort mehr.“ Das schreibt Lein in der Zeitschrift „Die Furche“. In einem Artikel in der Ausgabe vom Mittwoch, dem 17. Dezember, „Mach´s wie Gott, werde Kind“ erklärt Lein, Kinder seien „auf jeden Fall die Schwächsten in der Gesellschaft“. Das zeigten bereits die biblische Geschichte vom Kindermord in Bethlehem wie auch die Fälle von Gewalt gegen Kindern in der Gegenwart. Wenn die christliche Weihnachtsbotschaft das Kind in die Mitte rücke, müsse das Konsequenzen haben. „Ob bei einem Gottesdienst, ob bei kindgemäßer Kommunikation, ob bei Festen und Feiern, ob bei der Diskussion über die Erhaltung eines kirchlichen Kindergartens – es gibt genügend konkrete Anlässe, wo wir unsere Haltung den Kindern gegenüber zum Ausdruck bringen“, so der Superintendent.

Weihnachtslieder sprechen von einem wehrlosen, kleinen menschlichen Wesen

In diesem Zusammenhang erinnert Lein auch an die Tradition evangelischer Weihnachtslieder, in denen in theologisch konzentrierter Form auf das Kind in der Krippe verwiesen werde: „Die unvorstellbare Schöpferkraft Gottes wird sichtbar und greifbar in einem Kind! Einem hilflosen, wehrlosen, kleinen menschlichen Wesen!“

Lein schildert in seinem Artikel die Suche der Menschen nach Glück, nach Anerkennung, nach Liebe und Geld und fährt wörtlich fort: „Wir suchen nach Erfüllung im Beruflichen wie im Privaten, wir suchen (manchmal) nach dem Sinn unseres Lebens, wir suchen nach Menschen, ja sogar nach Gott. Doch was finden wir zu Weihnachten: nichts weiter als ein Kind.“

ISSN 2222-2464