Lein: „Lange Nacht der Kirchen“ zeigt gute gewachsene Nachbarschaft

Rühringer: „Spürbares Zeugnis von Ökumene“ – Staikos: Zeichen des Vertrauens – Kirchen öffnen am 5. Juni ihre Tore

Wien (epd Ö) – „Alle auf den Namen Christi Getauften geben Zeugnis und loben Gott und üben Nächstenliebe. Das ist Ökumene, und das will die ‚Lange Nacht der Kirchen‘ am 5. Juni zeigen“, sagte Superintendent Hansjörg Lein bei der Pressekonferenz zur „Langen Nacht der Kirchen“ am Montag, 25. Mai, in der orthodoxen Wiener Kirche zum Heiligen Georg. Leider sei so etwas wie Nächstenliebe in Zeiten des Vorwahlkampfes nicht immer selbstverständlich. Gleichwohl zeige die „Lange Nacht der Kirchen“ die gute gewachsene Nachbarschaft. Als besonderen Höhepunkt hob Lein den möglichen Besuch bei der Gefängnisseelsorge in der Haftanstalt in der Josefstadt hervor, bei dem auch die Anstaltsleitung anwesend sein wird. Lein selbst verbringt die „Lange Nacht der Kirchen“ bei den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des einhundertsten Bestehens der Evangelischen Pfarrgemeinde Wien-Leopoldstadt und Brigittenau. „Hier wird kurz vor Mitternacht ein Fackelzug der katholischen Gemeinde eintreffen, um gemeinsam weiterzufeiern.“

„Hauch von Abenteuer“

Ein „buntes Programm“ erwarte die Besucherinnen und Besucher in der „Langen Nacht“, kündigte Bischofsvikar Prälat Karl Rühringer an: „Ich spreche hier sogar von einem Hauch von Abenteuer, das auf uns zukommt, und auf jeden Fall ein spürbares Zeugnis von Ökumene“. Das Programm der „Langen Nacht“, „Dein ist der Tag und dein ist die Nacht, hingestellt hast du Sonne und Mond“ aus Psalm 74, sei ein Lobgesang Gottes und als Programm zu verstehen. „In der ‚Langen Nacht‘ ist jeder und jede willkommen, die Kirchen stehen allen offen.“ In den vergangenen fünf Jahren seit der ersten „Langen Nacht der Kirchen“ „sind wir in der Ökumene einander nähergekommen“, betonte Rühringer.

Aktionen der Basis

„Die ‚Lange Nacht‘ ist wirklich eine Bereicherung für mich persönlich, für meine Gemeinde und für die Orthodoxie“, erklärte der griechisch-orthodoxe Metropolit Michael Staikos. Die vielen Aktionen kämen von der Basis, den Gemeinden her, „und das ist nicht selbstverständlich, sondern eine Frucht der guten Zusammenarbeit, die ein Zeichen des Vertrauens ist“. Staikos bedankte sich bei der Erzdiözese Wien, die die gesamte Infrastruktur für die Vorbereitung der „Langen Nacht“ zur Verfügung stellt. „Das ist wie mit den Bienen, die von den Blüten naschen. Aber auch das ist ein wichtiger Beitrag, denn ohne die Bienen gibt es keinen Honig.“

In Wien beginnt die „Lange Nacht“ um 18 Uhr mit der ökumenischen Eröffnungsfeier in der evangelisch-lutherischen Stadtkirche in der Dorotheergasse. Vertreter aller christlichen Kirchen, u.a. Superintendent Hansjörg Lein, Weihbischof Franz Scharl und Metropolit Michael Staikos, werden gemeinsam den Gottesdienst gestalten, in dem der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld predigen wird.

Die erfolgreiche Idee wurde heuer über Österreichs Grenzen hinaus ausgeweitet. Auch einige Kirchen in Südtirol, Friaul, Slowenien und Bayern beteiligen sich an der Aktion – weiters auch die Kirchen in der mährischen Landeshauptstadt Brno (Brünn) sowie einige im Umland der Stadt. Bei der „Langen Nacht der Kirchen“ kamen im vergangenen Jahr rund 120.000 Besucherinnen und Besucher in die Kirchen Wiens, österreichweit strömten rund 270.000 Menschen in die Gotteshäuser. Dieses Jahr laden wieder, mit Ausnahme Vorarlbergs, alle Kirchen in Österreich ein zur „Langen Nacht der Kirchen“ am 5. Juni.

Weitere Informationen unter www.langenachtderkirchen.at

ISSN 2222-2464