Lein: Kleine Kirchen machen „Lange Nacht“ bunt und komplett

Der evangelisch-lutherische Superintendent Hansjörg Lein, der orthodoxe Militärseelsorger Alexander Lapin und der römisch-katholische Bischofsvikar Dariusz Schutzki (v.l.) präsentierten in Wien vor zahlreichen Journalisten Höhepunkte des diesjährigen Programms der "Langen Nacht der Kirchen". (Foto: epd/Janits)
Der evangelisch-lutherische Superintendent Hansjörg Lein, der orthodoxe Militärseelsorger Alexander Lapin und der römisch-katholische Bischofsvikar Dariusz Schutzki (v.l.) präsentierten in Wien vor zahlreichen Journalisten Höhepunkte des diesjährigen Programms der "Langen Nacht der Kirchen". (Foto: epd/Janits)

Rund 650 Pfarrgemeinden öffnen am 1. Juni ihre Kirchentüren

Wien (epdÖ) – In Österreich öffnen die christlichen Kirchen am 1. Juni wieder ihre Türen und laden zur „Langen Nacht der Kirchen“ ein. Rund 650 Pfarrgemeinden und kirchliche Einrichtungen haben zirka 2600 Veranstaltungen organisiert. Neben Gottesdiensten stehen etwa Diskussionsrunden, Kirchenführungen und Konzerte auf dem Programm. In dem neu geschaffenen Kardinal-König-Archiv in Wien haben Vertreter der Evangelischen, Katholischen und Orthodoxen Kirche über die diesjährige „Lange Nacht der Kirchen“ informiert.

Das Bild des Mosaiks für die „Lange Nacht der Kirchen“ wählte Wiens Superintendent Hansjörg Lein. Er lobte die ökumenische Zusammenarbeit aller im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) vertretenen Mitglieder, die wie Steine eines Mosaiks wirkten. Dabei zeige sich, dass „die kleinen Steine in einem Mosaik eine wichtige Rolle spielen“, so Lein. „Gerade kleine Kirchen wie die Evangelischen und Orthodoxen machen das Bild erst bunt und komplett.“ Die „Lange Nacht der Kirchen“ sei jedenfalls eine gute Möglichkeit, sich auf Neues einzulassen, Fremdes kennen zu lernen sowie anderen Traditionen mit Respekt und Aufmerksamkeit zu begegnen. „Die Kirchen gehen auf die Menschen zu und laden ein, wertvolle Schätze zu entdecken: Schätze des Glaubens, Schätze der Musik, Schätze der kirchlichen Kunst und Schätze des gemeinschaftlichen Glaubens“, betonte Superintendent Lein.

„Ziel dieser Nacht ist es, den Menschen die frohe Botschaft Christi nahezubringen“, erklärte Dariusz Schutzki, Bischofsvikar der Römisch-katholischen Kirche in der Erzdiözese Wien und einer der Hauptorganisatoren. Er hat diese Aufgabe vom ehemaligen Bischofsvikar Karl Rühringer übernommen, der gemeinsam mit anderen die „Lange Nacht der Kirchen“ vor acht Jahren ins Leben gerufen hat. In unserer schnelllebigen Zeit würden trotz moderner Kommunikationsmittel wie dem Internet viele Menschen vereinsamen, ist Schutzki überzeugt. Daher bräuchten sie Begegnung, Gespräch, Geborgenheit und Wärme. Dies würden die Pfarrgemeinden am 1. Juni allen Interessierten anbieten. „Die Menschen sind flexibler, mobiler, aber dadurch sind sie auch auf der Suche, auf der Suche nach Gott“, sagte Bischofsvikar Schutzki.

Alexander Lapin, orthodoxer Militärseelsorger in Österreich, erinnerte an die tragende Rolle des im Vorjahr verstorbenen griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos bei der Etablierung der „Langen Nacht“ in Wien und Österreich. Auch in diesem Jahr würden die Orthodoxen Kirchen ihre Türen öffnen und zu Gottesdiensten, Konzerten, Führungen und Vorträgen einladen. Dass dies möglich ist, sei nicht selbstverständlich, wie er immer wieder in Gesprächen mit Christinnen und Christen aus dem Ausland erfahren müsse. „Es gehört zu den positiven Tatsachen dieser Stadt, dass im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden der heutigen Welt die hier lebenden Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Kulturen in Frieden, Eintracht und im gegenseitigen Respekt leben“, lobte Lapin.

Die „Lange Nacht der Kirchen“ ist eine ökumenische Veranstaltung, die mittlerweile auch Ableger im Ausland gefunden hat. Im vergangenen Jahr nahmen österreichweit rund 310.000 Menschen daran teil. Informationen zum diesjährigen Programm finden sich im Internet unter www.langenachtderkirchen.at

ISSN 2222-2464