Lein: Jeder einzelne Kontakt zählt

Wiener Superintendentialversammlung verabschiedete mehrere MitarbeiterInnen

Wien (epd Ö) – „Wir haben nach wie vor eine relativ stabile Zahl von rund 60.000 Mitgliedern in unserer Diözese“, sagte Superintendent Hansjörg Lein in seinem Bericht vor der Wiener Superintendentialversammlung am Samstag, 25. April. Die Austritte seien minimal gesunken, „aber immer noch viel zu hoch“. Hier sei jeder einzelne Kontakt von großer Bedeutung. Als besondere Herausforderung nannte Lein die Sanierung der Lutherkirche in Wien-Währing: „Wir unterstützen dieses Bauprojekt mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.“ In einer Auswahl an Highlights des vergangenen Jahres nannte der Superintendent die Fertigstellung und Eröffnung des generalsanierten Festsaals in der Superintendentur im April vergangenen Jahres, die Eröffnung zweier Kindergärten, die Eröffnung des neuen Standortes für die Johann-Sebastian-Bach-Musikschule oder das Buch „Vom Christbaum zur Ringstraße“, einen mit zahlreichen Bildern ausgestatteten Band von Monika Salzer und Peter Karner über prominente Evangelische und ihre Bedeutung für Wien. Besonders hob der Superintendent auch die Gedenkveranstaltungen zur Pogromnacht 1938 hervor, ein Thema, das auch der Friedenstag für OberstufenschülerInnen aufgenommen habe.

Kneucker: Komplexe Zukunftsfragen für die Gesamtkirche

„Die Evangelische Kirche in Österreich steht vor komplexen Zukunftsfragen, deren Lösungen in den Kirchenleitungen zurzeit erarbeitet werden“, sagte der juristische Oberkirchenrat Raoul Kneucker in seinem Grußwort. Es handle sich dabei um Entwicklungen im Bereich der Mitglieder, der Wirtschaft und Finanzen oder des Nachwuchses an hauptamtlichen, nebe-namtlichen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. „Seit rund zehn Jahren werden die demographischen und gesellschaftlichen Veränderungen mit ihren Auswirkungen auf die evange-lische Kirche diskutiert.“ Nun gehe die Kirche an die Aufgabe heran, ihre Strategie „neu zu fassen“. So wie die Kirche bereit gewesen sei, sich zweimal einen Organisationsentwicklungsprozess „zu verordnen“, sei sie nun bestimmt, diese Herausforderung gesamtösterreichisch anzunehmen: „Sparsamkeit und Kürzungen werden die Defizite ab 2012 nicht mehr abdecken können. Daher werden Strukturmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden müssen.“ In diesem Licht sei die Entscheidung über das so genannte Naßwalder Modell zu interpretieren.

Ihren Dank hat die Superintendentialversammlung mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgesprochen, die sich aus dem Dienst in der Diözese verabschieden, darunter die Pfarrerin für Öffentlichkeitsarbeit, Monika Salzer, der Fachinspektor für den Religionsunterricht an Pflichtschulen, Alfred Garcia Sobreira-Majer, der Umweltbeauftragte der Superintendenz und Pfarrer von Schwechat, Michael Meyer, und Waltraut Kovacic als weltliches Mitglied des Superintendentialausschusses. Ihr folgt die Ottakringer Kuratorin Sigrid Wurm nach. Niedergelegt hat sein Amt als Sektenbeauftragter der Diözese Pfarrer Sepp Lagger.

ISSN 2222-2464