Lein erinnert an das Kriegsende in Wien

Grundton muss Buße sein

Wien (epd Ö) – An das Kriegsende in Wien am 13. April hat der Wiener Superintendent Mag. Hansjörg Lein erinnert. In einer Presseaussendung zitiert Lein Äußerungen der damaligen Kirchenleitung, die sich kritisch mit dem Krieg, dem Nationalsozialismus und dem Verhalten der Evangelischen Kirche auseinander setzen.

So habe der Evangelischen Oberkirchenrat in einem Runderlass angeordnet, nach Beendigung der Schlacht um Wien in den Gottesdiensten am 13. Mai in allen evangelischen Kirchen Österreichs „dankbar der Beendigung des Krieges und fürbittend aller Friedens- und Aufbauarbeit vor Gott“ zu gedenken. Die Wiener Pfarrkonferenz, so Lein, sei sich einig darüber gewesen, dass der Grundton dieses Gottesdienstes Buße sein müsse.

Lein erinnert auch an einen Hirtenbrief des Bischofs Gerhard May zum Bußtag 1945, in dem festgehalten wird: „Das ist die Schuld unseres Volkes, dass es sich, von seinen Wunschbildern verleitet, zur Selbstüberhebung verführen ließ, sich über Gottes heilige Gebote hinwegsetzte, nicht mehr nach Recht und Wahrheit fragte, auch nicht nach dem Recht anderer Völker, sondern nur mehr nach dem, was ihm selber nützte. Es ließ sich zur Selbstverherrlichung, ja Selbstvergötterung verleiten.“

Auch habe, so der Wiener Superintendent, die Kirchenleitung in einem Rundschreiben die Superintendenten und Senioren gebeten, „darüber zu wachen, dass in ihrem Amtsbereich die letzten noch vorhandenen Reste deutsch-christlicher Gottesdienstformen oder Gedankengutes in Predigt und Unterricht verschwinden“. In diesem Rundschreiben des Oberkirchenrates A.u.H.B. wird die Verbindung des christlichen Glaubens mit nationalsozialistischen Ideen als „unsaubere Sache“ bezeichnet, da es sich beim Nationalsozialismus um eine Irrlehre gehandelt habe und die Vernichtung des Christentums angestrebt worden sei.

ISSN 2222-2464