Lein: Altbürgermeister Zilk war „großer Humanist“

Wien (epd Ö) – Der Tod von Helmut Zilk bedeute den Verlust eines „großen Humanisten“, sagte der Wiener evangelisch-lutherische Superintendent Hansjörg Lein. „Er war Symbol für eine Öffnung und Internationalisierung von Wien und für eine versöhnende Stadtpolitik, der alle Menschen und Religionen am Herzen lagen“, so Lein. Der Altbürgermeister habe in seiner Gesellschafts-, Wirtschafts- und Kulturpolitik stets das Gemeinsame vor das Trennende gestellt, ohne das Profil einer modernen Stadtentwicklung aus den Augen zu verlieren. Gerade in der Zuwandererfrage sei Zilk um einen Ausgleich bemüht gewesen. Besonders Zilks Eintreten gegen Faschismus und Rechtsextremismus blieben „für immer im Gedächtnis der Stadt verankert“, sagte der Superintendent. Die Evangelisch-Lutherische Kirche verdanke Helmut Zilk „ein Klima der großen Offenheit und der Toleranz“.

„Für mich und für viele war er ein Bürgermeister, der sein Amt nahe an den Menschen ausgeübt und der seine Stadt geliebt und liebenswert gemacht hat. Die Entwicklung, die Wien genommen hat, ist nicht ohne seine Impulse, ohne seine Leidenschaft für diese Stadt zu denken“, schreibt Leins Amtsvorgänger, der frühere Superintendent Werner Horn, in einem Kondolenzbrief an Zilks Gattin, Dagmar Koller. Zu Zilks Persönlichkeit gehörte auch „sein Mut, Dinge beim Namen zu nennen auch auf die Gefahr hin, sich dadurch unbeliebt zu machen, und sein Mut, aus seiner inneren Überzeugung heraus Dinge umzusetzen, auch wenn viele diese Umsetzung nicht mittragen wollten“, betont Horn. Zilk habe „stets ein offenes Ohr“ für die Anliegen der Evangelischen Kirche gehabt und diese unterstützt, „ob es um die Flüchtlingsbetreuung durch unsere Kirche oder die Gründung eines evangelischen Gymnasiums in Wien ging“.

ISSN 2222-2464