Lehramtsstudium Religion für Pflichtschulen läuft aus

"Wir sind jetzt zum letzten Mal in der Situation, dass wir die Ausbildung zur Religionslehrerin bzw. zum Religionslehrer für den Pflichtschulbereich anbieten können", heißt es seitens der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPH). (Foto: epdÖ/M.Uschmann)
"Wir sind jetzt zum letzten Mal in der Situation, dass wir die Ausbildung zur Religionslehrerin bzw. zum Religionslehrer für den Pflichtschulbereich anbieten können", heißt es seitens der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPH). (Foto: epdÖ/M.Uschmann)

Neue Ausbildungsordnung stellt Minderheitenkirchen vor Probleme

Wien/Krems (epdÖ) – Zum letzten Mal bietet die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems (KPH) im kommenden Studienjahr 2015/16 die Ausbildung zum Religionslehrer beziehungsweise zur Religionslehrerin für den gesamten Pflichtschulbereich an. Danach wird diese Form der Ausbildung im Rahmen der „Lehrerausbildung neu“ eingestellt. Nähere Auskunft über das Bachelor-Studium Lehramt für Religion an Pflichtschulen erhalten alle Interessierten am 10. und 11. März bei Infotagen am Campus in Wien-Strebersdorf.

„Wir sind jetzt zum letzten Mal in der Situation, dass wir so eine Ausbildung anbieten können“, erklärt Thomas Krobath, Vizerektor der KPH, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. In Zukunft werden die regulären Volksschullehrerinnen und -lehrer den Religionsunterricht erteilen, sofern sie einen entsprechenden Schwerpunkt in ihrem Studium gesetzt haben. Konkret heißt das: Wer etwa Evangelische Religion in der Volksschule unterrichten möchte, muss das Bachelorstudium Lehramt an Volksschulen studieren und Religion als Schwerpunkt wählen.

„Diese neue Ausbildung hat den Vorteil, dass Religion dann von Lehrkräften unterrichtet wird, die in der Schule gut verankert sind und nicht an zehn bis fünfzehn Schulen gleichzeitig unterrichten müssen, um auf ihre Stundenzahl zu kommen“, führt Krobath aus. Dies stelle aber andererseits speziell die Minderheitenkirchen mittelfristig vor eine große Herausforderung und schwierige Aufgabe. „Für die Diasporakirchen ist das ein Problem: Wie sollen wir den Religionsunterricht besetzen? Wo kommen die Lehrkräfte her? Wir haben ja nicht an jeder Schule gleich viele evangelische Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus können wir nicht davon ausgehen, dass wir in jeder Schule eine Lehrerin beziehungsweise einen Lehrer mit Schwerpunkt Evangelische Religion haben.“ Darüber hinaus sei noch nicht eindeutig geklärt, wie es mit der Ausbildung für die Sekundarstufe weitergehe.

Nähere Informationen finden Sie im Internet unter: www.kphvie.ac.at

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ISSN 2222-2464