Lehner: „Ökologische Umkehr erforderlich“

Im Rahmen der 19. Ökumenischen Sommerakademie in Kremsmünster betonte der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner die Rolle der Kirchen in Umweltfragen. Foto: epd/Uschmann
Im Rahmen der 19. Ökumenischen Sommerakademie in Kremsmünster betonte der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner die Rolle der Kirchen in Umweltfragen. Foto: epd/Uschmann

Ökumenische Sommerakademie in Kremsmünster zur Schöpfungsethik

Kremsmünster (epdÖ) – „Die ökologische Umkehr erfolgt aus der Umkehr zu dem dreieinigen Gott als dem Schöpfer, Erlöser und Vollender“, betonte der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner in seinem Schlussstatement zur diesjährigen Ökumenischen Sommerakademie am 14. Juli in Kremsmünster. Thema war dieses Jahr Schöpfungsethik. Lehner verlieh mit seinem Statement der Auffassung Ausdruck, dass nur ein Verständnis der Umwelt als Schöpfung Gottes zu dem erforderlichen radikalen Umdenken in ökologischen Fragen führen könne. Schon an den beiden vorangegangenen Tagen hatten Fachleute wie die Wiener Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb oder der Heidelberger Ökonom Hans Diefenbacher dazu aufgerufen, Verantwortung für Natur und Umwelt zu übernehmen.

Superintendent Lehner wies darauf hin, dass seine „Thesen zur ökologischen Umkehr“ nichts Neues forderten. „Worauf es aber ankommen wird, ist, dass wir klarer und entschiedener werden. Dass wir erkennen, dass die ökologischen Fragen wesentlich mit unserem Glauben zusammenhängen.“ Lehner verwies dabei auf das Beispiel des Paulus, an dem sich zeige, wie es gelingen könne, gewohnte Verhaltensmuster zu verlernen und einen neuen Lebensstil einzuüben. Denn gerade eine neue Lebensweise sei notwendig, aus dem gegenwärtigen Paradigma von „Fortschritt, Wohlstand und Wirtschaftswachstum“ aber nicht zu erwarten. Die Kirchen könnten hier durch ihr „Fremd-Sein in der Welt“ einen wesentlichen Beitrag leisten.

Zum Handeln aufgerufen wird dabei die Gemeinschaft, aber auch jeder Einzelne. Lehner blieb dabei nicht im Allgemeinen, sondern gab auch konkrete Beispiele, wie Schöpfungsverantwortung aussehen könne: „Die ökologische Umkehr entwickelt ein Konsumverhalten, das sich im Bereich der Lebensmittel an den Leitgedanken des Biologischen, Regionalen und Saisonalen orientiert.“ Massentierhaltung widerspräche dem Status jedes Lebewesens als Geschöpf Gottes und „schreit zum Himmel“.

Neben dem evangelischen Superintendenten sprachen am Abschlusstag der Ökumenischen Sommerakademie auch der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic und der Bischof der römisch-katholischen Diözese Gurk-Klagenfurt, Alois Schwarz. Letzterer unterstrich die Bedeutung der Enzyklika „Laudato Si“, mit der Papst Franziskus 2015 zu Umweltfragen Stellung genommen hatte und an deren Konkretisierung in den katholischen Diözesen noch gearbeitet werde.

Die Ökumenische Sommerakademie, die unter anderem vom Evangelischen Bildungswerk Oberösterreich, der Katholischen Privatuniversität Linz und dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich veranstaltet wird, fand heuer zum 19. Mal statt. Parallel dazu macht die oberösterreichische Landesgartenschau in Kremsmünster noch bis 15. Oktober auf verschiedene Aspekte des Umgangs des Menschen mit der Natur aufmerksam.

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ISSN 2222-2464