Lange Nacht der Bibel im ORF-Radiokulturhaus

Oberkirchenrätin Reiner: Forderungen der Bergpredigt ernst nehmen

Wien, 20. März 2002 (epd Ö) Das Matthäusevangelium stand im Mittelpunkt der „Langen Nacht der Bibel“ am Freitag, 15. März, im Wiener ORF-RadioKulturhaus. Burg- und Kammerschauspieler Martin Schwab las den vollständigen Text des Evangeliums. Zwischen den einzelnen Textpassagen moderierte Dr. Jutta Henner, Direktorin der Österreichischen Bibelgesellschaft, drei theologische Gespräche. Sie sprach mit Dr. Emanuel Aydin, Chorepiskopus der Syrisch-orthodoxen Kirche in Österreich, Dr. Hannelore Reiner, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und Dr. Roland Schwarz, Pfarrer der katholischen Pfarre Am Schöpfwerk in Wien. Veranstaltet wurde der Abend von der Österreichischen Bibelgesellschaft und der Hauptabteilung Religion/Hörfunk des ORF.

Aydin erklärte, dass Matthäus sein Evangelium schrieb, „um die Menschen, die in der Finsternis waren, zu erleuchten.“ Oberkirchenrätin Reiner sagte, Matthäus habe Jesus als Messias verstanden, „der sich den an den Rand Gedrängten zuwendet.“ Auf den Hinweis Henners, dass Matthäus wie kein anderer Zitate aus dem Alten Testament verwende, gab Schwarz zu bedenken, dass gerade das Matthäusevangelium von Christen immer wieder antisemitisch missbraucht worden sei. Dass die Forderungen der Bergpredigt „ja letztendlich ein Geschenk Gottes“ seien und „einmal ernst genommen werden“ müssen, unterstrich Reiner.

Am 31. Oktober 2002 veranstalten die Österreichische Bibelgesellschaft und der ORF die nächste „Lange Nacht der Bibel“. Gelesen wird dann das Buch Hiob.

ISSN 2222-2464