Lage in Haiti nach wie vor katastrophal

Die Kindernothilfe konnte bereits drei von neun geplanten Schulen in Haiti fertigstellen (Foto: Kindernothilfe/Studnar)
Die Kindernothilfe konnte bereits drei von neun geplanten Schulen in Haiti fertigstellen (Foto: Kindernothilfe/Studnar)

Zwei Jahre nach dem Erdbeben braucht die Bevölkerung immer noch Hilfe

Wien/Port-au-Prince (epdÖ) – Im Süden Haitis ereignete sich vor zwei Jahren, im Jänner 2010, das schwerste Erdbeben in der Geschichte des Landes. Gemessen an den Opferzahlen gilt es immer noch als eines der verheerendsten Erdbeben überhaupt.

Die Situation ist nach wie vor katastrophal. Politische Instabilität und mangelnde Infrastruktur erschweren weiterhin die Arbeit. Trotz zahlreicher Hilfszusagen, etwa von den Regierungen der USA oder Frankreich, haben bisher nur Finnland und Japan ihre finanziellen Versprechen gehalten. Die Bevölkerung ist nach wie vor auf finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau angewiesen.
„Die Armut war schon vor dem Beben sehr hoch, und man kann sich kaum vorstellen, was eine solche Katastrophe für die Bevölkerung auch zwei Jahre später noch ausmacht“, berichtet Jens Sohr, der für die Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti arbeitet. Die Gesundheitsvorsorge sei nach wie vor mangelhaft. Für die 84.000 Einwohner der Stadt Jacmal stünden nur zwei Ärzte und fünf Krankenschwestern bereit. „Manchmal sterben Menschen, weil ihnen die 15 Euro für die Weiterreise ins nächste gut ausgestattete Krankenhaus fehlen“, schildert Sohr die Situation vor Ort.
Die Diakonie Katastrophenhilfe war seit dem Erdbeben hauptsächlich in der ländlichen Region im Süden des Landes tätig. Durch ihre langjährige Präsenz schon vor dem Erdbeben habe die Diakonie Katastrophenhilfe rasch mit dem Wiederaufbau beginnen und die baulichen Maßnahmen bereits Mitte 2011 abschließen können.

Mit 22 Projekten begleitet die Kindernothilfe insgesamt 17.000 Kinder und ihre Familien in eine bessere Zukunft. Die Kindernothilfe habe bereits drei von neun geplanten Schulen fertiggestellt. Am Jahrestag der Katastrophe, wurde eine Schule im Armenviertel Wharf Jérémie eröffnet. In der Stadt Carrefour konnte mit dem Neubau einer der größten Schulen begonnen werden. Auch im größten Zeltlager Sineas, das sich voraussichtlich zu einem Stadtteil von Port-au-Prince entwickeln wird, ist die Kindernothilfe weiterhin aktiv.

Diakonie Katastrophenhilfe und Kindernothilfe bitten weiterhin um Spenden.
Spendenkonto Diakonie Katastrophenhilfe: PSK 23.13.300 (BLZ 60.000), Kennwort: Haiti
Spendenkonto Kindernothilfe: Erste Bank Kto.-Nr. 310028-03031 (BLZ 20111) Kennwort: Haiti

ISSN 2222-2464