Kurt Lüthi wird 80

Bünker: „Eine Theologie der Befreiung für Europa“

Wien, 27. Oktober 2003 (epd Ö) „Eine Theologie der Befreiung für Europa“ vertritt der emeritierte Professor für systematische Theologie an der Evangelisch- Theologischen Fakultät der Universität Wien Dr. Kurt Lüthi. Das sagte Oberkirchenrat Hon.Prof. Dr. Michael Bünker in seiner Laudatio zum 80. Geburtstag Lüthis bei einem Festakt der Synoden A.B.und H.B. zu Ehren des Jubilars am 26. Oktober in der Wiener Pauluskirche. Die Theologie Lüthis, so Bünker, beziehe sich auf Themen wie Friedensethik, Ethik der Geschlechter, Verhältnis von zeitgenössischer Kunst und Religion, Tiefenpsychologie und Theologie. Theologie und Kirche könne bei Lüthi in die Lehre gehen, weil er sie glaubwürdig entworfen und entwickelt habe. Lüthi habe eine „zeitgenössische Theologie“ formuliert und sich als „Theologe des Dialogs“ erwiesen, betonte Bünker.

 

Der Oberkirchenrat erinnerte daran, dass sich Lüthi, der auch Mitglied der Generalsynode gewesen ist, insbesondere zu den in den 70er Jahren heftig diskutierten Themen geäußert habe, wie zur Umformung des Evangelischen Jugendwerks, zum Antirassismusprogramm des Weltrats der Kirchen, zum Schwangerschaftsabbruch und zur Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche. In seinen Dankesworten an die Mitglieder der Synode sprach sich der Jubilar für einen verstärkten innerkirchlichen Dialog aus. Dabei, so der Theologe, müsse die „Gleichwertigkeit der Ämter“ berücksichtigt werden. Es gelte, das presbyterial-synodale System, „zu pflegen, zu verteidigen und in die Ökumene hineinzutragen“, meinte Lüthi, der am Reformationstag seinen 80. Geburtstag feiert.

ISSN 2222-2464