Kreuz als Hoffnung auf Frieden ohne Unterwerfung

Bünker: Christentum ist „von Geburt an hegemoniekritisch“

Wien, 16. April 2003 (epd Ö) „Die bleibende Herausforderung des Christentums liegt darin, dass ausgerechnet das Kreuz zum Hoffnungszeichen auf einen Weltfrieden ohne Unterwerfung unter eine Hegemonialmacht geworden ist. Das Christentum ist quasi von Geburt an hegemoniekritisch.“ Das schreibt der evangelische Oberkirchenrat Dr. Michael Bünker in seinem Kommentar in der aktuellen „Furche“-Ausgabe. Bünker wendet sich darin entschieden gegen die Thesen des Frankfurter Soziologen Karl Otto Hondrich, Ordnung und Freiheit gebe es nur, indem Gewalt durch noch größere Gewalt unterdrückt werde. Zur Sicherung einer so genannten Weltgewaltordnung hätte daher die Hegemonial-macht USA zum Mittel des Krieges greifen müssen.

„Diese Argumente kommen mir sehr bekannt vor“, entgegnet Bünker. Sie fänden sich bereits an der Wiege des Christentums als Ausdruck der Pax Romana. Zu ihrem bleibenden Gedenken stehe das Kreuz, an dem die hingerichtet wurden, „die von der damaligen Hegemonialmacht nichts wissen wollten.“

ISSN 2222-2464