Kommunikation: Technik hilft Menschen mit Behinderung

Foto: Diakonie
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Diakonie und Verbund fordern Übernahme der Kosten für assistierende Technologien durch Krankenkassen

Wien (epd Ö) – In Österreich leben über 600.000 Menschen mit Behinderung. Über 63.000 davon haben eine so genannte Sprechbehinderung, für sie ist Kommunikation ohne die Unterstützung durch technische Hilfsmittel nicht möglich.

Während Gehhilfen und Rollstühle für Menschen mit körperlichen Behinderungen längst als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden und die Krankenkassen die Kosten übernehmen, existiert in Österreich noch immer keine einheitliche Regelung für  Technologien, die die Kommunikation von Menschen mit einer Sprechbehinderung unterstützen.

Seit 2009 gibt es in Zusammenarbeit der Diakonie mit dem Energieunternehmen Verbund den „Empowerment Fund“, der Menschen mit Sprechbehinderung unterstützt. So konnten im letzten Jahr durch Soforthilfe bereits 1200 Menschen unterstützt werden. Zu dieser Soforthilfe gehört vor allem die flächendeckende Beratung: In den fünf Beratungsstellen in Wien, Linz, Salzburg, Graz und Klagenfurt werden Betroffenen spezifische Möglichkeiten aufgezeigt. Sie reichen von Mundmäusen und Augensteuerungen von Computern bis hin zu Lern- und Therapiesoftware.

Verbund-Vorstandsvorsitzender Anzengruber: „Ohne Kommunikation entstehen Parallelwelten“

Auch für Wolfgang Anzengruber ist Kommunikation eines der wichtigsten Mittel um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Außerdem stehe die Zeit nicht still, und durch die Computertechnologie seien Möglichkeiten zur Kommunikation entstanden, die es noch vor einigen Jahren nicht gegeben habe, so Anzengruber. Technische Hilfsmittel für Menschen mit einer Sprechbehinderung sind allerdings meist sehr teuer. Viele Geräte kosten bis zu 10.000 Euro. Diese Summen können sich die wenigsten Betroffenen leisten. Deswegen sei es laut Diakonie-Direktor Chalupka dringend notwendig, dass auch die Versicherungen in Österreich Geräte wie Mundmäuse oder Augensteuerungen in den so genannten „Hilfsmittelkatalog“, der zum Beispiel Rollstühle und andere Hilfen beinhaltet, aufnähmen.

In Deutschland und der Schweiz sind assistierende Technologien schon seit einigen Jahren in den „Hilfsmittelkatalogen“ der Versicherungen verankert, und auch die Europäische Union arbeitet zurzeit an einer europaweit einheitlichen Regelung.

ISSN 2222-2464