Körtner: Religion kein Megatrend

„Neue religiöse Bewegungen haben nur einen geringen Zulauf“, meinte der Wiener evangelische Theologe in München.

München (epd Ö) – Der Wiener evangelische Theologe Prof. Ulrich Körtner hat der Meinung widersprochen, dass Religion ein neuer „Megatrend“ sei. Neue religiöse Bewegungen hätten nur einen geringen Zulauf, meinte Körtner am Mittwochabend, 15. September, in München in der Katholischen Akademie.

Körtner sagte, die so genannte „neue Religiosität“ werde durch einen „massenhaften Gewohnheitsatheismus“ relativiert. Viele Menschen lebten ganz selbstverständlich ohne Gott und zugleich ohne das Gefühl, etwas zu vermissen. Das bedeute jedoch nicht, dass sich ihnen keine Sinnfragen stellten. Aber mit dem Tod und anderen existenziellen Problemen könne der Mensch offenbar auch ohne Gott fertig werden. Statt von einem „Megatrend Religion“ sollte besser von „potenzieller Religiosität“ gesprochen werden, sagte der Theologe. Dabei verwies er auf religionssoziologische Untersuchungen in Deutschland. Demnach habe schätzungsweise jeder Vierte inzwischen Erfahrungen mit „alternativen“ religiösen Praktiken wie New Age, Zen-Meditation oder Esoterik.

ISSN 2222-2464