Koch und Iby gegen jede Form von Antisemitismus

Erster gemeinsamer Brief des evangelischen Superintendenten und des römisch-katholischen Diözesanbischofs an die Gemeinden des Burgenlandes

Eisenstadt, 8. Jänner 2004 (epd Ö) Gegen jede Form von Antisemitismus haben sich der burgenländische evangelische Superintendent Manfred Koch und der römisch-katholische Diözesanbischof Paul Iby gewandt. In ihrem ersten gemeinsamen Brief an die burgenländischen Gemeinden sprechen sich Koch und Iby gemäß der „Charta Oecumenica“ dafür aus, „den Dialog mit unseren jüdischen Geschwistern zu suchen und zu intensivieren“. Den Anlass für das erste ökumenische Schreiben bietet der „Tag des Judentums“, der am 17. Jänner auf Anregung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich begangen wird.

Iby und Koch rufen darin die große Bedeutung und den geistigen Reichtum der jüdischen Gemeinden des burgenländisch-westungarischen Raumes in Erinnerung. Die sieben Gemeinden in Kittsee, Frauenkirchen, Eisenstadt, Mattersburg, Kobersdorf, Lackenbach und Deutschkreuz sowie weitere Gemeinden wurden von den Nationalsozialisten „mit einem Schlag“ ausgelöscht.

Das Aufzeigen der gemeinsamen Wurzeln lasse Christinnen und Christen das Judentum besser verstehen und helfe, „manche verschüttete Dimension unseres eigenen Glaubens zu erschließen“. „Über Jahrhunderte haben Irrtümer, Missverständnisse und Vorurteile über Glaube und Religion das Verhältnis zwischen Christen und Juden schwer belastet“, stellen die beiden Kirchenoberhäupter fest. „Die schrecklichen Verfolgungen, denen jüdische Menschen in den verschiedenen Geschichtsabschnitten ausgesetzt waren, haben uns die Augen geöffnet, das jüdische Volk als Volk des ersten, nie gekündigten Bundes mit Gott wieder zu entdecken und das geistige Erbe Israels für die christlichen Kirchen zu bedenken.“

ISSN 2222-2464