24.06.2020

Klimavolksbegehren: Umweltbeauftragte rufen zur Unterschrift auf

Unterstützung auch aus Diakonie, Kirchen und Religionsgemeinschaften

Der Klimawandel bringt auch die Polkappen zum Schmelzen. Foto: pxhere

Unterstützung auch aus Diakonie, Kirchen und Religionsgemeinschaften

Wien (epdÖ) – Die Umweltbeauftragten von evangelischer und römisch-katholischer Kirche haben zur Unterstützung des Klimavolksbegehrens, das vom 22. bis zum 29. Juni zur Unterschrift aufliegt, aufgerufen. Das teilten die Verantwortlichen auf ihrer gemeinsamen Homepage mit. Fünf Jahre nach Erscheinen der Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus seien deren Positionen „aktueller denn je“, schreibt Lucia Göbesberger, Umweltreferentin der römisch-katholischen Diözese Linz, in einer Stellungnahme auf www.schoepfung.at: „Die öko-soziale Krise wurde zwar durch die Pandemie-Berichterstattung zum Teil überlagert, aber eines machte die aktuelle Krise deutlich: Nämlich wie sehr alle miteinander verbunden und voneinander abhängig sind.“ Politikerinnen und Politiker dürften sich nicht „durch scheinbare Alternativlosigkeit“ treiben zu lassen, sondern hätten „das Primat der Politik (im Rahmen der Verfassung) wahrzunehmen und die Voraussetzungen für ein gutes Leben für alle zu schaffen“. Dazu gehöre, sich den Herausforderungen der Klimakrise zu stellen.

In dem Volksbegehren fordern die Initiatoren in vier Punkten, das Recht auf Klimaschutz in die Verfassung aufzunehmen, den Ausstoß von CO2 aus fossilen Brennstoffen zu stoppen, den Abbau „klimaschädigender Subventionen“ und eine „ökosoziale Steuerreform“, sowie eine „Mobilitäts- und Energiewende“. Den Appell an die Bundesregierung werden die Initiatoren gemeinsam mit Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften am Mittwoch, 24. Juni, in Wien präsentieren. An der Pressekonferenz werden Kardinal Christoph Schönborn, Bischof Michael Chalupka, Bischof Andrej Ćilerdžić von der Serbisch-orthodoxen Kirche, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ), Ümit Vural, und der Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR), Gerhard Weissgrab, teilnehmen.

Zu den Unterstützern des Klimavolksbegehrens zählen neben NGOs wie Greenpeace, Global 2000 oder der Diakonie Österreich auch Prominente wie der Kabarettist Josef Hader und die Schriftstellerin Friederike Mayröcker. Auch der evangelische Oberkirchenrat Karl Schiefermair und der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs drücken auf klimavolksbegehren.at ihre Unterstützung aus. Das Volksbegehren kann vom 22. bis zum 29. Juni auf Gemeinde- und Bezirksämtern oder alternativ per Handy-Signatur online unterschrieben werden.

In einer gemeinsamen Erklärung hatten Vertreter von evangelischer und römisch-katholischer Kirche, IGGÖ und ÖBR bereits im vergangenen Herbst ihre Unterstützung für die Anliegen der Klimabewegung „Fridays for Future“ ausgesprochen. Neben der Verantwortung politischer Entscheidungsträger erinnerte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka damals an den Handlungsauftrag des Individuums: „Aus der Freiheit des Einzelnen kommt die Verantwortung für das Ganze.“ Bereits im Jahr 2018 hatte die Evangelische Kirche ihren kirchlichen Nachhaltigkeitsleitfaden präsentiert, der auf evang.at abgerufen werden kann.

ISSN 2222-2464

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Schlagworte

Umwelt | Klimawandel | Politik

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