Klagenfurt: Mehrere hundert Menschen bei Schweigemarsch für freien Karfreitag

Landesrat Martin Gruber nahm die Erklärung vom altkatholischen Bischof Heinz Lederleitner, dem evangelischen Superintendenten Manfred Sauer und dem römisch-katholischen Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger (v.l.) entgegen. Foto: Oskar Höher
Landesrat Martin Gruber nahm die Erklärung vom altkatholischen Bischof Heinz Lederleitner, dem evangelischen Superintendenten Manfred Sauer und dem römisch-katholischen Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger (v.l.) entgegen. Foto: Oskar Höher

Sauer: „Werden Entscheidung der Bundesregierung nicht hinnehmen“

Klagenfurt (epdÖ) – Bei einem ökumenischen Schweigemarsch in der Klagenfurter Innenstadt haben am Abend des Aschermittwochs, 6. März, mehrere hundert Menschen für die Einführung eines „Karfreitags für alle“ Stellung bezogen. Ziel des von der Evangelischen Kirche in Kärnten und Osttirol, der Römisch-katholischen Kirche in Kärnten und der Altkatholischen Kirche getragenen Marsches war die Klagenfurter Messearena, wo eine gemeinsame Erklärung an den Kärntner Landesrat Martin Gruber (ÖVP) überreicht wurde. Überbringer der Botschaft waren der Kärntner evangelische Superintendent Manfred Sauer, der römisch-katholische Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger und der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner. Der eigentliche Adressat des Schreibens, Bundeskanzler Sebastian Kurz, der sich auf dem zeitgleich in der Messearena abgehaltenen politischen Aschermittwoch der Kärntner ÖVP aufhielt, war laut Angeben der Veranstalter nicht für eine Entgegennahme der Erklärung verfügbar. An der Kundgebung beteiligte sich auch der Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht, Esad Memic, mit mehreren ReligionslehrerInnen. Nach Angaben der Veranstalter nahmen zwischen 800 und 900 Menschen an dem Marsch teil, die APA berichtete von etwa 500.

Superintendent Sauer unterstrich das Anliegen der Kundgebung, „auf den Beschluss der Bundesregierung zum Karfreitag einwirken“ zu wollen. Es solle deutlich werden, „dass wir diese Entscheidung nicht hinnehmen, dass wir weiterhin dafür eintreten, dass die neue Regelung aufgehoben wird und der Karfreitag ein Feiertag für alle wird“.  Landesrat Martin Gruber hielt sich in seiner Antwort kurz: „Es ist das demokratische Recht, so eine Erklärung zu übergeben, und ich werde sie gerne weiterleiten.“ Zum Inhalt des Schreibens selbst wollte Gruber auf epd-Anfrage ebenso wenig Stellung beziehen wie Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Rund 500 Menschen nahmen an dem Marsch durch die Klagenfurter Altstadt teil. Foto: Oskar Höher
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Schweigemarsches auf dem Weg durch die Klagenfurter Altstadt. Foto: Oskar Höher

In der am Freitag, 1. März, veröffentlichten Erklärung hatten Sauer und der römisch-katholische Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger für einen Abtausch von Karfreitag und Pfingstmontag plädiert und ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass „fast ausschließlich wirtschaftliche Argumente ins Treffen geführt werden, während die religiöse Bedeutung dieses Tages zu wenig in den Blick genommen wird“. „Nur durch das Kreuz des Karfreitags führt der Weg zu Ostern, der Weg zum leeren Grab und der Weg zur Auferstehung“, schreiben Sauer und Guggenberger in der Erklärung weiter. Sie seien daher der Überzeugung, dass ein gemeinsamer Feiertag am Karfreitag in einem Land, das wesentlich vom Christentum geprägt sei, „mehr als angemessen“ wäre.

Abgeschlossen wurde die Kundgebung mit der gemeinsamen Feier der römisch-katholischen Aschermittwochsliturgie im Klagenfurter Dom.

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ISSN 2222-2464