Kirchen setzen sich für Bewahrung der Schöpfung ein

Ökumenischer Gottesdienst in der Wiener Lutherischen Stadtkirche

Wien (epd Ö) – Die christlichen Kirchen in Österreich haben aus Anlass des Schöpfungstages am 1. September zu einem nachhaltigeren Lebensstil aufgerufen. „Die Menschen machen durch ihr Handeln den wunderbaren ‚blauen Planeten‘ zur ‚Räuberhöhle'“, sagte der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRKÖ), der lutherische Altbischof Herwig Sturm, am Dienstagabend bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Wiener Lutherischen Stadtkirche. Alle Christinnen und Christen sollten sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen und dies in ihrem Lebensstil auch zum Ausdruck bringen. Sturm: „Wir können etwas bewegen, verändern und gestalten“. An der Feier in der Lutherischen Stadtkirche nahmen u.a. auch der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura und der Vorsitzende der Wiener „Diözesankommission für ökumenische Fragen“, Prof. Rudolf Prokschi, teil. Als Symbol für die Verantwortung für den Umgang mit den Gaben der Erde weihte Dura bei dem Gottesdienst nach orthodoxem Ritus Brot, Öl und Wein.

In seiner Predigt nahm Altbischof Sturm auf das Evangelium von der Vertreibung der Händler aus dem Tempel durch Jesus Bezug. „Unser Tempel heute ist die Börse – das schmutzige Geld wächst dort schnell und wird immer sauberer“, mahnte Sturm: „Die Händler machen ihr Geld, die Opfer dafür sind Kinderarbeit, Frauenhandel und Länder, die aus ihren Schulden nicht mehr herauskommen“. Angesichts der krisenhaften Entwicklungen in der Weltwirtschaft sei die Zeit reif für eine Veränderung. „Es ist eine Stunde, die Menschen herausfordert, weil das System in sich irre geworden ist“, sagte der ÖRKÖ-Vorsitzende. Vor allem müsse man in dieser Situation jene Hoffnung sehen, „die von Menschen ausgeht, die sich dieser Krise nicht unterwerfen, sondern die schon lange an einer Veränderung arbeiten“.

Als „Zeichen der Hoffnung“ wurden in diesem Zusammenhang bei dem Gottesdienst etwa die Aktion „Autofasten“ der Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirche in Österreich, die ökologischen und sozialen Projekte der „Pilgrim“-Schulen oder die laufende Postkartenkampagne der Aktion „Klima fair bessern“ für eine deutliche Reduktion der weltweiten Schadstoff-Emissionen genannt.

ISSN 2222-2464