Kirchen: Österreich soll sich für die irakischen Christen einsetzen

In einem Brief an die Bundesregierung fordert der Ökumenische Rat der Kirchen das Einwirken auf die irakische Regierung

Wien (epd Ö) – In einem Brief an die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung hat sich der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) für die Christen im Irak eingesetzt.

In dem mit 19. März datierten Schreiben, das von ÖRKÖ-Vorsitzendem Bischof i.R. Herwig Sturm sowie den stellvertretenden Vorsitzenden, dem römisch-katholischen Ordinariatskanzler Gottfried Auer und dem rumänisch-orthodoxen Bischofsvikar Nicolae Dura unterzeichnet ist, wird die Bundesregierung ersucht, auf die irakische Regierung zur Verbesserung der Lage der ethnischen und religiösen Minderheiten einzuwirken.

Die im Irak lebenden Minderheiten sollen „Sicherheit, Stabilität und gleiche Rechte“ genießen, die geflüchteten Christen sollen die Möglichkeit erhalten, in ihre Häuser zurückzukehren oder sich eine neue Existenz im Irak aufzubauen, und Österreich solle „einer angemessenen Zahl“ von christlichen Flüchtlingen Asyl gewähren.

In dem Brief wird die Lage der Christen im Irak mit den Worten beschrieben: „Unter dem Druck islamistischer Bewegungen verliert das Christentum seinen früher unangefochtenen Platz in der irakischen Gesellschaft. Christen werden an den Rand gedrängt und suchen schließlich eine neue Heimat.“ So hätten seit 2003 rund 200.000 Christen das Land verlassen, weitere 80.000 seien in das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak geflüchtet. Demgegenüber wird festgestellt: „Die Christen haben als ein wesentlicher Teil der irakischen Gesellschaft, der tief in der Geschichte und Kultur des Landes verwurzelt ist, das Recht, in Freiheit im Irak zu leben. Sie wollen beim Friedensprozess und Wiederaufbau eine aktive Rolle übernehmen.“

ISSN 2222-2464