Kirchen laden am 7. April zu Schubhaft-Enquete

Studientag der evangelischen und der katholischen Kirche soll Vorschläge zur Verbesserung der Seelsorge in den Schubhaftgefängnissen bringen

Wien (epd Ö) – Die evangelische und die katholische Kirche laden am 7. April zu einer großen Schubhaft-Enquete in Wien ein. Ziel des Studientags, der federführend von der Caritas und der Diakonie veranstaltet wird, ist die Verbesserung des seelsorglichen Engagements in den Schubhaftgefängnissen.

Hintergrund ist die jüngste Novelle des Asyl- und Fremdenrechts, die eine deutliche Ausweitung der Schubhafttatbestände mit sich brachte. Mit der Enquete lösen die Kirchen eine von Kardinal Christoph Schönborn und dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker formulierte Zusage ein, „Licht ins Dunkel der Gefängnisse zu bringen“.

Beim Studientag, der von Bischof Bünker und dem „Caritas-Bischof“ Manfred Scheuer eröffnet wird, werden Expertinnen und Experten über die Situation in der Schubhaft in Österreich beraten. Seelsorger sollen dazu aus ihrer täglichen Praxis berichten, Einblicke in ihre Arbeitsweisen geben und theologische Impulse liefern.

An der Tagung nehmen auch Seelsorger aus Deutschland teil, die funktionierende Modelle vorstellen. Erwartet werden dazu Pater Ludger Hillebrand vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst, der Seelsorger im Abschiebungshaftzentrum in Berlin ist, und Ulrich Sextro vom Diakonischen Werk Mainz-Bingen. MitarbeiterInnen von Caritas, Diakonie und dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) werden mit ihrer Expertise die Enquete inhaltlich ergänzen.

(Studientag „Seelsorge in der Schubhaft“ – Zeit: 7. April, 10 Uhr; Ort: 1010 Wien, Stephansplatz 6/III, Dachgeschoß, Raum „Sr. Restituta“)

ISSN 2222-2464