Kirchen: Grußwort an jüdische Jugend

Der Lichtermarsch führte durch die Innenstadt zum Juridicum Wien und endete beim Shoah-Denkmal am Judenplaz. Foto: IKG
Der Lichtermarsch führte durch die Innenstadt zum Juridicum Wien und endete beim Shoah-Denkmal am Judenplaz. Foto: IKG

„Wir stehen da als Lernende“

Wien (epdÖ) – In einer gemeinsamen Grußbotschaft haben sich anlässlich des Pogromgedenkens am Donnerstag, 9. November führende Repräsentanten der österreichischen Kirchen an die jüdische Jugend gewandt. Die Botschaft mit den Unterschriften des evangelisch-lutherischen Bischofs Michael Bünker, des katholischen Kardinals Christoph Schönborn, des griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenios Kardamakis und des Präsidenten des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Martin Jäggle, wurde im Rahmen des „Light of Hope“-Marsches der Jugendkommission der Kultusgemeinde in der Wiener Innenstadt von Oberrabbiner Arie Folger verlesen.

In dem Brief äußern sich die Kirchenvertreter zu Versäumnissen in der Verurteilung der Schoah: „Die christlichen Kirchen haben zu spät nach der Schoah, aber doch begriffen, welche Folgen judenfeindliche Theologien nach sich ziehen. Nun stehen wir da als Lernende, die sich endlich ihrer Wurzeln besinnen und eine freundschaftliche und unterstützende Hand zur jüdischen Gemeinde ausstrecken.“

Bereits zu Beginn der Woche hatten sich die Kirchenvertreter in einem offenen Brief an den neu konstituierten Nationalrat gewandt und dessen Eintreten gegen neu aufkeimenden Antisemitismus, Nationalismus und Rassismus eingefordert.

Der Lichterzug des „Light-of-Hope“-Marsches führte von der Wiener Kultusgemeinde zum Juridicum Wien, um gegen antisemitische Postings von Studierendenvertretern der rechtswissenschaftlichen Fakultät zu demonstrieren, die im Mai dieses Jahres an die Öffentlichkeit gelangt waren.

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ISSN 2222-2464