Kirchen als Brückenbauer

Treffen der christlichen Kirchen Österreichs und der Tschechischen Republik Ende September in Prag

Wien/Prag, 22. Mai 2002 (epd Ö) Die Kirchen in Österreich und der Tschechischen Republik wollen sich für Versöhnung zwischen Wien und Prag einsetzen: Am 27./28. September wird es zu einem Treffen des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) mit dem Tschechischen Ökumenischen Rat der Kirchen in Prag kommen. Darauf haben sich Vertreter der beiden Räte bei einem Vorbereitungsgespräch in Wien geeinigt. Ziel der Begegnung soll ein gegenseitiges Kennenlernen der ökumenischen Arbeit in beiden Ländern, ein „kritisches Bedenken der jeweiligen Vergangenheit während des Nationalsozialismus, aber auch des Kommunismus“ und die „Erörterung der Belastung durch Geschichte und Gegenwart“ sein.

Dabei soll es aber weniger um politische Analysen gehen als um das Bemühen, „zugefügtes Leid zu benennen und Wunden zu heilen“. Christen lebten von der Versöhnung, die Christus gestiftet hat. Darum könnten und sollten auch sie „Versöhnung stiften“, so der ÖRKÖ. Den Abschluss des ökumenischen Treffens bildet ein gemeinsamer Gottesdienst. Repräsentanten der beiden Ökumenischen Räte äußerten sich überzeugt, dass angesichts der gegenwärtig belasteten Beziehungen zwischen Tschechien und Österreich dem Treffen eine wichtige Bedeutung zukommt.

Bei ihrem Wien-Besuch lud die tschechische Delegation auch die Vorsitzende des ÖRKÖ, Oberin Christine Gleixner, und den evangelischen Kirchenhistoriker Prof. Dr. Gustav Reingrabner offiziell zur Teilnahme an einem Treffen am 4. und 5. Oktober in Austerlitz in Mähren ein. Sie sollen dort auch das Wort ergreifen und beim abschließenden ökumenischen Gottesdienst mitwirken. Die Initiative der Versöhnung von Austerlitz war vor acht Jahren entstanden und bekam durch die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz einen starken Impuls. Beim diesjährigen Treffen sollen insbesondere Brücken zum österreichischen Nachbarn gebaut werden.

ISSN 2222-2464