„Kirche ist nicht an einen Raum gebunden“

Die 61. Evangelische Woche in Wien hat das Thema „LebensRäume“

Wien (epd Ö) – „Indem wir uns erinnern und erinnert werden, lassen wir uns hineinnehmen in einen ganz großen Verkündigungszusammenhang. Kirchengeschichte ist Geschichte der Verkündigung, ja kann selbst Verkündigung sein.“ Das sagte Ministerialrat Univ.Prof. Dr. Karl Schwarz in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst der 61. Evangelischen Woche am 5. März in der Lutherischen Stadtkirche in Wien.

In dem Gottesdienst zu Beginn der traditionellen Vortragsreihe, die heuer unter dem Gesamtthema „LebensRäume“ bis 11. März an verschiedenen Orten Wiens stattfindet, beschrieb der Kirchenjurist und Kirchenhistoriker die wechselvolle Geschichte der Lutherischen Stadtkirche und erklärte: „Die Geschichte dieses Kirchenraumes liegt eingebettet in die Geschichte des Protestantismus in Österreich.“ Die Kirche sei als Klosterkirche durch die habsburgische Witwe des französischen Königs als Buße nach der Bartholomäusnacht gegründet worden und habe zeitweise die Herzen zweier habsburgischer Kaiser, einer Kaisersgattin sowie als Reliquie das gekrönte Haupt der Elisabeth von Thüringen beherbergt. Da die Kirche nach dem Toleranzpatent Josephs II. lutherisch wurde und ihr Inneres um 180 Grad gewendet worden sei, könne man von einer „Konversion“ des Kirchenraums sprechen.

Schließlich verwies Schwarz in seiner Predigt auf den von einem Gemeindeglied gestifteten Taufstein der Kirche und betonte: „Die Taufe hebt den Raum auf. Kirche ist nicht an diesen Ort gebunden, sie kann überall stattfinden.“

Die Liturgie des Abendmahlsgottesdienstes gestalteten Pfarrerin Dr. Ines Knoll und Kurator Dr. Ernst Istler, die Orgel spielte Mag. Zuzana Ferjencíková.

ISSN 2222-2464