Kindernothilfe: Einfache Maßnahmen könnten 400.000 Babys vor HIV schützen

Behandlung senkt Risiko von Mutter-Kind-Übertragung auf unter zwei Prozent – Nur 38 Prozent der betroffenen Mütter haben Zugang zu den Medikamenten

Wien/Duisburg (epdÖ) Noch immer kommen jährlich 400.000 HIV-infizierte Babys zur Welt. Und das obwohl eine einfache Behandlung schon lange das Übertragungsrisiko von Mutter zu Kind auf unter zwei Prozent reduzieren kann. „Ein Skandal“, sagt Frank Mischo, Aids-Experte der Kindernothilfe, denn: „nur 38 Prozent der betroffenen Mütter bekommen bislang die nötigen Medikamente. Das macht auf dramatische Weise deutlich, wie weit die Weltgemeinschaft vom Millenniumsziel entfernt ist, bis 2010 allen HIV/Aids-Betroffenen den Zugang zu medizinischer Behandlung zu ermöglichen.“ Im Rahmen der Welt-Aids-Konferenz , die am Freitag, 23. Juli, in Wien zu Ende geht, hat die Kindernothilfe mit dem Aktionsbündnis gegen Aids die Verantwortlichen in der Politik aufgerufen, ihren Teil der UN-Vereinbarung zu erfüllen.

„Die unkomplizierte und günstige Medikamenten-Therapie, die schon seit 1998 angewandt wird, kann nicht nur 400.000 Kindern jährlich das Leben retten. Sie packt das HIV–Problem auch an der Wurzel“, so Dr. Glory Alexander von der indischen Stiftung ASHA, die sich mit Unterstützung der Kindernothilfe für die flächendeckende Verteilung der Medikamente einsetzt. „Die Übertragung im Mutterleib ist Ursache für mehr als 90 Prozent der HIV-Infektionen von Kindern.“

ISSN 2222-2464