Kampf für Land- und Ernährungssicherheit in Brasilien

Ana Miranda Costa zu Besuch bei der Obersdorfer Biobäuerin Maria Vogt, einer Vertreterin der Europäischen Bergbauernvereinigung Via Campesina. Foto: Brot für die Welt
Ana Miranda Costa zu Besuch bei der Obersdorfer Biobäuerin Maria Vogt, einer Vertreterin der Europäischen Bergbauernvereinigung Via Campesina. Foto: Brot für die Welt

„Brot für die Welt“ engagiert sich für landlose Bauern in Südamerika

Wien (epdÖ) – Der wirtschaftliche Aufschwung in Brasilien habe nicht nur positive Seiten, davon ist Ana Miranda Costa, Repräsentantin der Landlosenbewegung in Südostbrasilien, überzeugt. Sie ist derzeit als Gast von „Brot für die Welt“, der entwicklungspolitischen Aktion der Evangelischen Kirchen, in Österreich.

„In den Eukalyptus- und Zuckerrohrplantagen, die bereits einen großen und immer noch wachsenden Teil der Agrarfläche Südostbrasiliens einnehmen, arbeiten nach wie vor hunderttausende Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen“, erzählt Ana Miranda Costa. „Menschen werden aus den Armenregionen des Landes geholt und in ghettoähnlichen Dörfern untergebracht. Sie sind ihrem Arbeitgeber, der lokalen Zellulosefabrik, völlig ausgeliefert.“ Über 30 soziale Organisationen hätten mittlerweile ein Komitee zur Beendigung der Sklavenarbeit gegründet. Aber das Komitee habe zu diesen Dörfern keinen Zutritt. „Dabei wäre es so wichtig, den Menschen in diesen Slums politische Bildung und soziale Unterstützung zu geben“, so Costa.

Ein weiterer Aspekt der sozialen Probleme, verursacht durch die Zelluloseproduktion, sei die Ausweitung der Anbauflächen, ohne auf die BewohnerInnen und deren Landrechte Rücksicht zu nehmen. Bereits 1975 wurde die Landpastorale (Comissão Pastoral da Terra, CPT) in Brasilien gegründet, um sich für demokratische Reformen sowie Land- und Menschenrechte der Landbevölkerung einzusetzen. Doch die Enteignung schreite immer mehr voran, berichtet Costa. Indigene Gemeinschaften und Gemeinschaften von Nachkommen ehemaliger Sklavinnen und Sklaven seien jene, die am meisten unter dieser Landnahme durch multinationale Firmen im Bereich Zellulose und Zucker leiden würden. „Ihre Revolten werden nicht einmal mehr öffentlich aufgezeigt, sondern von den Firmen verheimlicht. So nehmen die Medien und damit auch die Öffentlichkeit keine Notiz davon, was auf dem Land, bei den Entrechteten, tagtäglich passiert“.

Gemeinsam mit der Landpastorale setzt sich „Brot für die Welt“ im Kampf der Landlosen für Land- und Ernährungssicherheit ein. Ein Kernthema der Projektarbeit ist die Gleichberechtigung von Frauen, um ihnen zu Landbesitz und einem unabhängigem Einkommen zu verhelfen.

Ana Miranda Costa wird am 27. November, dem ersten Adventsonntag, bei der „Brot für die Welt“-Veranstaltung „Vamos ao Brasil – Entdecke Brasilien“ in der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Neubau (1070, Lindengasse 44A) dabei sein. Neben einem Kinderprogramm ab 14 Uhr wird es einen familienfreundlichen Gottesdienst mit Bischof Michael Bünker und Landessuperintendent Thomas Hennefeld geben.

Nähere Informationen finden Sie unter http://www.brot-fuer-die-welt.at. Spendenkonto: PSK 900 566 00 (BLZ 60.000)

ISSN 2222-2464