Kärntner Superintendent Sauer zum 10. Oktober: Zweisprachigkeit fördern und ausbauen

In einem Hirtenbrief fordert der Superintendent die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln als „sichtbares Zeichen gelebten Miteinanders“

Villach (epd Ö) – In einem Hirtenbrief zum 10. Oktober spricht sich der evangelische Superintendent Manfred Sauer für den Ausbau der Zweisprachigkeit aus. „Wir haben die einmalige Chance, in Europa Vorbild zu werden und Geschichte zu schreiben, wenn wir die Zweisprachigkeit vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung weiter fördern und ausbauen, wenn wir als sichtbares Zeichen gelebten Miteinanders die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln unterstützen und damit für die Einlösung eines Versprechens eintreten“, heißt es in dem am Mittwoch, 6. Oktober, veröffentlichten Schreiben.

 

Vor 90 Jahren hätten die Kärntnerinnen und Kärntner beider Sprachen ein „eindrucksvolles Bekenntnis zur Einheit dieses Landes abgegeben“ und für den Verbleib bei Österreich gestimmt, erinnert der Superintendent. Sauer wörtlich: „So konnte zusammenbleiben, was zusammengehört und die besondere Identität und Faszination unseres Landes ausmacht: Es ist das Zusammenwirken zweier Kulturen und Sprachen, das eine enorme schöpferische Kraft entwickelt, die nicht nur in der Musik und der Literatur, sondern im gesamten kulturellen Schaffen unseres Landes immer wieder prägende Spuren hinterlässt.“

 

Der Blick zurück in die Vergangenheit sei wichtig und notwendig, um daraus für die Gegenwart und Zukunft zu lernen. „Feindbilder erzeugen Feindschaften und sie gefährden den sozialen Frieden, das wissen auch wir aus unserer eigenen Geschichte“, warnt der Superintendent und appelliert an die Kärntner Bevölkerung, „aufeinander zuzugehen, voneinander zu lernen und zuerst den Balken im eigenen Auge wahrzunehmen“.

 

Das Jubiläum werde gefeiert „in Freude und Dankbarkeit für das Erreichte, aber auch in Hoffnung auf Verwirklichung von noch Unerreichtem und Erträumtem“. Sauer abschließend: „Gott schenke uns immer wieder die Kraft zu grenzenlosem Vertrauen.“

ISSN 2222-2464