Kärnten: Superintendent Manfred Sauer wiedergewählt

Der Kärntner Superintendent Manfred Sauer wurde nach Ablauf der ersten Amtsperiode mit großer Mehrheit wiedergewählt. Foto: epd/Uschmann
Der Kärntner Superintendent Manfred Sauer wurde nach Ablauf der ersten Amtsperiode mit großer Mehrheit wiedergewählt. Foto: epd/Uschmann

Sauer: „Unsere Kirche lebt vom Miteinander auf Augenhöhe“

Klagenfurt (epdÖ) – Mit großer Mehrheit ist Manfred Sauer, der Superintendent der evangelischen Diözese Kärnten/Osttirol, in seinem Leitungsamt bestätigt worden. Nach Ablauf der ersten Amtsperiode hatte sich der Superintendent am Samstag, 13. April, in Fresach der Wahl durch die Superintendentialversammlung gestellt, die sich aus den Delegierten aller evangelischen Pfarrgemeinden in Kärnten und Osttirol zusammensetzt. Sauer erhielt im ersten Wahlgang 67 von 81 abgegebenen Stimmen, 6 Stimmen waren ungültig. Sauer war der einzige Kandidat, der sich der Wahl gestellt hatte.

„Kirche und in besonderer Weise, evangelische Kirche lebt von Menschen, die sich in den Dienst rufen lassen, die mitgestalten und sich einbringen. Unsere Kirche lebt von diesem Miteinander auf Augenhöhe“, sagte Sauer vor den Delegierten.“Offene Hände und offene Herzen“, so der Superintendent, „eröffnen neue Spielräume. Spielräume des Glaubens und Spielräume der Phantasie“. Er sei dankbar für diese „solidarischen, kreativen und mutmachenden Hände“ in den evangelischen Gemeinden. Entscheidend für die Zukunft der Evangelischen Kirche sei, „dass wir seelsorgerliche und gastfreundliche Kirche sind. Dass wir mit offenen Armen auf andere zugehen, Herberge und Labstation für Leib und Seele sind, aber auch prophetische Stimme im Lärm des Zeitgeistes“.

Chancen sieht der Superintendent auch in der Regionalisierung im Sinne von Gemeindeverbänden, die „neue Impulse und kreative Wege“ eröffne. Trotzdem müsste weiter in die Ausbildung und Pfarrstellenbesetzung investieren werden, um Pfarrerinnen und Pfarrer für den eigentlichen Dienst in der Seelsorge und der Verkündigung freizuspielen. Im Gemeindeaufbau will Sauer weiterhin Projekte wie neue Gottesdienstformen oder Glaubenskurse vorantreiben. Auch wenn Kärnten das „Land der Chöre“ sei, brauche es einen hauptamtlichen Kirchenmusikbeauftragten. Personalbedarf ortet er ebenfalls in Villach, wo die Krankenhausseelsorge intensiviert werden soll. In der Ökumene will der Superintendent „das Gute fortsetzen und vertiefen, durch gemeinsame Feiern, durch offene Gespräche und dadurch, dass wir voneinander lernen und Allianzen eingehen, wenn es um Menschenrechte und Menschenwürde geht“.

Manfred Sauer ist seit 1. Jänner 2002 Superintendent der evangelischen Diözese Kärnten und Osttirol. Heute leben in dieser Diözese rund 52.000 Evangelische in 33 Pfarrgemeinden. In der evangelischen Kirche ist die Amtszeit für alle Ämter, darunter auch das des Superintendenten und des Bischofs, mit 12 Jahren begrenzt. Nach Ablauf der Amtszeit können sich die Amtsinhaber erneut einer Wahl stellen. Für die gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Geleitet wurde die Wahl in Fresach, bei der auch Bischof Michael Bünker anwesend war, von Superintendentialkuratorin Helli Thelesklaf.

ISSN 2222-2464