Kärnten: Helli Thelesklaf neue Superintendentialkuratorin

„Will Bindeglied zwischen verschiedenen kirchlichen Ebenen sein“ – Helga Duffek: „Danke für eine spannende Zeit“

Tröpolach (epd Ö) – Die Evangelische Kirche in Kärnten und Osttirol hat eine neue weltliche Spitze: Die Superintendentialversammlung, in der Delegierte aller Pfarrgemeinden vertreten sind, wählte am Samstag, 9. April, in Tröpolach – Schiregion Nassfeld die langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin Helli Thelesklaf zur neuen Superintendentialkuratorin. Thelesklaf, die sich gemeinsam mit Christian Kohl und Silvia Regatschnig der Wahl stellte, erhielt die erforderliche Zweidrittelmehrheit im siebenten Wahlgang. Die aus Jenig im Gailtal stammende neue Superintendentialkuratorin übernimmt ihr Amt von Helga Duffek, die fast drei Amtsperioden an der Spitze der Diözese stand und nun ihre Funktion zurücklegte.

Thelesklaf will als Superintendentialkuratorin „konstruktives Bindeglied und Brückenbauerin“ zwischen den verschiedenen kirchlichen Ebenen sein, neue Akzente im Kontakt zu den Kirchenmitgliedern setzen und „gerechte“ Lösungen für den Kirchenbeitrag finden. „Als weltliche Vertreterin unserer Kirche sind mir die Anliegen meiner Mitmenschen wichtig, und als leidenschaftliche Mitarbeiterin in der Frauenarbeit spüre ich auch immer wieder, welche Kraft von den Frauen ausgeht“, sagte Thelesklaf vor den Delegierten. Künftige Herausforderungen sieht die neue Superintendentialkuratorin in der Frage der Besetzung der Pfarrstellen, beim Thema Kirchenbeitrag ebenso wie in der kommenden Landesausstellung „Glaubwürdig bleiben. 500 Jahre protestantisches Abenteuer“ und deren Nachnutzung. „Schaffen wir genügend überzeugende Vorbilder für unsere Kinder und Jugendlichen? Bieten wir den Menschen, die überall Orte der Begegnung verlieren, auch wirklich Heimat an?“, fragte Thelesklaf.

Die 57-jährige Kärntnerin, die in Jenig im Gailtal lebt, ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Beruflich ist Thelesklaf in einer Hausverwaltung tätig, in der evangelischen Kirche arbeitet sie seit über 20 Jahren ehrenamtlich mit: zuerst in ihrer Pfarrgemeinde Treßdorf/Rattendorf, auf diözeseaner Ebene – seit 2006 vertrat Thelesklaf hier bereits die amtierende Superintendentialkuratorin Helga Duffek – ebenso wie auf gesamtösterreichischer. Die neue Superintendentialkuratorin engagiert sich seit vielen Jahren in der evangelischen Frauenarbeit in leitender Funktion, in der gesamtösterreichischen Generalsynode gehört sie dem Ausschuss für Weltmission und Entwicklungszusammenarbeit an.

Superintendent Manfred Sauer gratulierte der neuen Superintendentialkuratorin und würdigte zugleich das „selbstlose Wirken“ ihrer Vorgängerin, die am 1. April 1995 erstmals in das Leitungsamt gewählt wurde. „Ich möchte nicht aufhören müssen, sondern aufhören dürfen“, sagte Helga Duffek in einer Bilanz ihrer 16-jährigen Leitungstätigkeit, in der sie vor allem „allen, die mich bisher begleitet haben“ dankte. Sie blicke „dankbar zurück auf die vergangenen Jahre, vor allem auf die 16 Jahre in diesem Amt, eine Zeit, die nicht immer leicht, aber immer spannend war. In der Gemeinschaft unserer Kirche fühle ich mich aufgehoben, auch in Zeiten der Krankheit, der Gesundung und der Trauer.“ Duffek arbeitet seit 1961 in ihrer Heimatpfarrgemeinde Pörtschach mit, seit 2005 ist sie dort Kuratorin, die arbeitsintensive Revitalisierung des Gemeindehauses in Moosburg prägte vor allem die Tätigkeit vor Ort in den letzten Jahren. Neben den Aufgaben in der Diözese war Duffek präsent auf landeskirchlicher Ebene, wo sie mehreren synodalen Ausschüssen angehörte, beim Kirchenreformprozess „Naßwalder Modell“ mitwirkte und auch in der Bildungskommission sowie in der Gleichstellungskommission mitarbeitete.

Die Amtseinführung der neuen und die Verabschiedung der scheidenden Superintendentialkuratorin finden am 22. Mai um 18.00 Uhr in Fresach statt.

ISSN 2222-2464