Kärnten: Evangelische Kirche startet Rückholaktion

Aktionstag gegen den Rückgang der Mitglieder: Der Kärntner Superintendent Manfred Sauer möchte den Trend umkehren

Villach, 27. November 2002 (epd Ö) Auf Initiative des evangelischen Superintendenten Mag. Manfred Sauer findet am Samstag, 30. November, der erste Aktionstag zur Rückgewinnung ausgetretener Evangelischer in Kärnten und Osttirol statt. Die evangelische Diözese mit 55.846 Mitgliedern hatte in den letzten fünf Jahren 1.399 Austritte zu verzeichnen. „Ein Austritt ist immer eine kritische Anfrage an unsere Kirche“, ist sich Sauer bewusst, „daher werden wir uns die Frage stellen: „Was haben wir falsch gemacht? – Was können wir besser machen?“. In einer Reihe von Veranstaltungen und Aktionen soll in Zukunft in allen evangelischen Gemeinden der Diözese gezielt dieser Fragestellung nachgegangen werden. „Die von der Kirche ausgetretenen Menschen sollen offen über ihr Anliegen, aber auch über ihren Ärger sprechen können“, betont Sauer in einer Aussendung.

Zum ersten Aktionstag hat der Superintendent insgesamt 300 Ausgetretene aus den 33 Pfarrgemeinden der Diözese Kärnten/Osttirol in seinen Amtssitz nach Villach geladen. Das Echo bezüglich der schriftlichen Einladungen zur Veranstaltung sei schon im Vorfeld „enorm“, berichtet der Superintendent. Die Spannbreite der Reaktionen reicht von „Ich freue mich, dass Sie sich gemeldet haben, denn ich kann mir durchaus vorstellen, wieder einzutreten“ bis „Mir war der Kirchenbeitrag zu hoch, daher bin ich ausgetreten“. Der Kirchenbeitrag dürfe niemals Grund für einen Austritt sein, vielmehr müsse auf die Situation dieser Menschen eingegangen werden, meint Sauer. Als nächsten Schritt plant die evangelische Diözese einen kärntenweiten Rückholaktionstag, der in den jeweiligen Pfarrgemeinden abgehalten wird.

Die offene Veranstaltung findet am Samstag, 30. November, von 15.00 bis 17.00 Uhr in der Italienerstraße 38 in Villach, statt. Informationen unter der Telefonnummer 04242/24 131-11.

ISSN 2222-2464